Angestellte des Bodenpersonals der Stuttgart Ground Services (SGS) demonstrieren. | Bildquelle: dpa

Warnstreiks des Bodenpersonals Mehr als 130 Flugausfälle an Berliner Airports

Stand: 08.02.2017 13:56 Uhr

Ein Warnstreik des Bodenpersonals hat zu Einschränkungen an mehreren deutschen Flughäfen geführt. Während es in Hamburg kaum Probleme gab, waren die Auswirkungen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld deutlicher zu spüren - etwa 130 Flüge fielen aus.

Wegen Warnstreiks des Bodenpersonals haben sich Reisende an den Flughäfen Hamburg, Berlin und Stuttgart auf Wartezeiten einstellen müssen. Verzögerungen gab es unter anderem bei den Gepäckkontrollen. In Stuttgart kam es zu Ausfällen und Verspätungen, der Verkehr in Hamburg lief relativ problemlos. Empfindlicher von den Warnstreiks waren die Berliner Flughäfen betroffen.

Berlin: Fast alle frühen Verbindungen betroffen

So fielen in Berlin-Tegel 115 Flüge aus, in Schönefeld weitere 22, sagte ein Sprecher der Berliner Flughäfen. Vor allem Verbindungen der Gesellschaften Lufthansa, Air Berlin, Germanwings und Eurowings waren betroffen. Die Gewerkschaft ver.di hatte die Bodenservice-Beschäftigten in Tegel und Schönefeld - etwa im Check-in und in der Gepäckabfertigung - zwischen 5.00 und 11.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Warnstreiks am Berliner Flughafen Tegel | Bildquelle: REUTERS
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Warnstreiks des Bodenpersonals am Berliner Flughafen Tegel: Mehr als 100 Flüge fielen aus.

Viele Passagiere kamen erst gar nicht

Nach Angaben des Airport-Betreibers blieb ein "großes Chaos" aber aus: Viele Passagiere seien "durch gute Information gestern und heute erst gar nicht zu den Flughäfen gekommen." Abgefertigt werden konnte am frühen Morgen in Berlin lediglich eine Air-Berlin-Maschine von Tegel nach Düsseldorf. Die Billigflieger Ryanair und Easyjet hatten die meisten Verbindungen auf nach 11.00 Uhr verschoben. An dem Warnstreik beteiligen sich nach ver.di-Angaben an den beiden Hauptstadt-Flughäfen rund 550 Mitarbeiter. Die Flughafengesellschaft rechnet damit, dass sich der Betrieb nach dem Ende der Warnstreiks nur langsam normalisiert.

Von den Warnstreiks in Tegel war auch der Münchner Flughafen betroffen: Von insgesamt 53 geplanten Starts und Landungen der Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin zwischen München und Berlin-Tegel seien 17 gestrichen worden, sagte ein Flughafensprecher. Die Passagiere wurden vorab über die Ausfälle informiert, daher seien viele erst gar nicht zum Flughafen gekommen.

Flugstreichungen und Verspätungen in Stuttgart

Auch in Stuttgart kam es zu Einschränkungen. Mehrere Flüge wurden dort gestrichen, viele andere waren verspätet. Der Betreiber rief die Passagiere auf, mehr Zeit einzuplanen, möglichst online einzuchecken und sich auf Handgepäck zu beschränken. Die Arbeitsniederlegungen starteten hier mit der Frühschicht um 3.30 Uhr. Rund 300 Beschäftigte beteiligten sich laut ver.di an dem Ausstand.

Hamburg setzt Leiharbeiter ein

In Hamburg ging der Ausstand mit dem Start der Frühschicht um 4 Uhr los, wie eine ver.di-Sprecherin sagte. Die morgendlichen Flieger hoben dennoch pünktlich ab. Der Airport wolle die Auswirkungen auf den Flugverkehr so gering wie möglich halten, hieß es. Um den Personalmangel auszugleichen, seien Leiharbeiter eingesetzt worden. Laut ver.di nahmen rund 100 Mitarbeiter an den Aktionen teil.

Streik des Bodenpersonals an mehreren deutschen Flughäfen
tagesschau 12:00 Uhr, 08.02.2017

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Der Flughafenverband ADV nannte die Warnstreiks unangemessen und rief die Tarifpartner auf, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen und den Passagieren die Wirren eines Streiks zu ersparen. In dem Tarifkonflikt geht es um bessere Bezahlung, die Arbeitszeiten und Aufstiegsmöglichkeiten.

Nächste Gesprächsrunde am Freitag

Hintergrund des Warnstreiks sind die laut ver.di "festgefahrene" Tarifgespräche. In Berlin hätten die Arbeitgeber bisher gar kein Angebot vorgelegt, die Angebote in Stuttgart und Hamburg seien inakzeptabel gewesen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Freitag geplant.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Februar 2017 u.a. um 12:00 Uhr.

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