Die amerikanische Fahne spiegelt sich in einem VW-Logo. | Bildquelle: dpa

Dieselskandal VW-Manager in den USA festgenommen?

Stand: 09.01.2017 09:40 Uhr

Die US-Behörden greifen im VW-Skandal offenbar weiter durch. Laut einem Medienbericht nahmen sie einen Manager fest. Ungeachtet dessen wollen sich die Wolfsburger und die US-Regierung noch diese Woche auf einen Vergleich einigen.

Im VW-Dieselskandal hat die US-Bundespolizei FBI laut "New York Times" gestern einen Manager des Autokonzerns in den USA festgenommen. In Klagen der Bundesstaaten New York und Massachusetts heißt es demnach, er habe eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen gespielt, die Softwaremanipulationen in Dieselautos vor den Behörden zu verbergen.

Nach Zeugenaussagen sei das führende Management in Wolfsburg Ende Juli 2015 über Existenz und Ziel der Betrugssoftware informiert worden, hieß es in der Reuters vorliegenden Klageschrift gegen einen hochrangigen VW-Mitarbeiter. "Statt für eine Offenlegung des Defeat Devices gegenüber der US-Aufsicht einzutreten, genehmigte das VW-Management die weitere Verschleierung", schrieb der FBI-Beamte in der am 30. Dezember in Detroit eingereichten Klage. Darin werden keine Namen der Verantwortlichen in Wolfsburg genannt.

Kein Kommentar von VW

Der Mann war laut "New York Times" von 2014 bis März 2015 für die Umsetzung staatlicher Vorschriften in den USA zuständig. Er werde demnächst dem Haftrichter vorgeführt. "Mit Blick auf laufende Untersuchungen äußern wir uns nicht dazu", sagte ein VW-Sprecher. "Wir arbeiten weiter eng mit dem Justizministerium zusammen."

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in elf Millionen Dieselautos verschiedener Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Dadurch wurden bei Tests deutlich niedrigere Werte an gesundheitsschädlichen Stickoxiden angezeigt. Tatsächlich lag der Ausstoß aber bis zu 40 Mal so hoch wie erlaubt.

Bald Einigung mit US-Regierung?

Die Zeitung berichtete weiter, VW stehe kurz vor einem Milliarden-Vergleich mit dem US-Justizministerium. In mehreren Zivilverfahren in den USA hatte Volkswagen bereits Entschädigungssummen ausgehandelt. So muss der Konzern insgesamt 14,7 Milliarden Dollar zahlen, um Besitzern von rund 480.000 Wagen mit 2,0-Liter-Dieselmotoren ihre Autos zurückzukaufen oder diese umzurüsten.

In einem weiteren Zivilverfahren handelte VW einen Vergleich mit den Besitzern von rund 80.000 Dieselautos mit Drei-Liter-Motoren im Umfang von einer Milliarde Dollar aus. Die Einigung muss aber noch von einem Richter gebilligt werden. Für die Kosten zur Aufarbeitung des Skandals hat Volkswagen 18 Milliarden Euro zur Seite gelegt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Januar 2017 um 09:04 Uhr

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