VW-Auto bei einem Londoner Händler | Bildquelle: dpa

Dieselskandal in Großbritannien Und noch eine Sammelklage gegen VW

Stand: 09.01.2017 14:00 Uhr

VW hat in einem weiteren Land juristischen Ärger. In Großbritannien reichte eine Kanzlei eine Sammelklage ein. Vom Dieselskandal betroffene Kunden sollen jeweils mit Tausenden Euro entschädigt werden.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Eine britische Kanzlei hat im Dieselskandal eine Sammelklage gegen VW eingereicht. Wenn die Klage Erfolg hat, drohen VW in Großbritannien Entschädigungszahlungen von bis zu vier Milliarden Euro. VW ist auf dem britischen Automarkt die Nummer Eins. Und von den Dieselmanipulationen sind auf britischen Straßen 1,2 Millionen Autos betroffen, darunter auch die Fahrzeuge der Marken Audi, Skoda und SEAT.

Die Kanzlei Harcus Sinclair will jetzt eine Entschädigung von mehreren tausend Euro pro Fahrzeug durchsetzen, im Durchschnitt ist die Rede von etwa 3500 Euro. Der zuständige Anwalt Damon Parker meint aber, den Klägern gehe es gar nicht in erster Linie ums Geld - sie wollten vielmehr den Hersteller für den Dieselbetrug zur Verantwortung ziehen und andere Hersteller vor solchen Manipulationen abschrecken.

Etwa 10.000 VW-Besitzer haben sich nach Angaben der Anwälte bereits gemeldet und wollen an der Klage teilnehmen. Harcus Sinclair erwartet, dass sich noch viele weitere Autobesitzer melden, die sich von VW betrogen fühlen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Januar 2017 um 14:35 Uhr

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