Skoda Yeti

Klage im Dieselskandal VW-Kunde bekommt sein Geld zurück

Stand: 17.01.2017 15:19 Uhr

Käufer aus Deutschland, die VW wegen des Dieselskandals verklagt haben, hatten bislang eher schlechte Karten. Nun gab erstmals ein Gericht einer Klage statt - zumindest in erster Instanz: VW soll den Kaufpreis für einen Wagen seiner Marke Skoda zurückzahlen.

Von Katja Riedel, WDR

Zum ersten Mal hat ein Landgericht - ausgerechnet im "VW-Land" Niedersachsen - im Zusammenhang mit dem Dieselskandal der Klage eines deutschen VW-Besitzers gegen den VW-Konzern selbst stattgegeben. Der Kläger erhält den Kaufpreis seines Skoda Yeti in voller Höhe zurück, dagegen bekommt VW den Yeti, so das Urteil des Landgerichts Hildesheim, das WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" vorliegt.

Bisher waren nur Kläger erfolgreich, die gegen die Händler vorgegangen waren, zuletzt am Landgericht München. VW hatte sich in seiner Rechtsauffassung bisher darauf berufen, keine direkte Geschäftsbeziehung zu den Kunden zu unterhalten.

Anwälte sehen Urteil als Durchbruch

Das Hildesheimer Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass VW dem Autobesitzer "in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise vorsätzlich Schaden zugefügt" habe und sah im Verhalten des Automobilherstellers Betrug. Andere VW-Besitzer könnten sich jetzt auf dieses Urteil berufen.

Die Anwälte des Klägers, die Kanzlei Rogert und Ulbrich, werten diesen Erfolg als Durchbruch in einer Reihe von Klagen, in denen es um eine angemessene Kompensation für Schäden geht, die deutsche Verbraucher durch den Dieselskandal erlitten haben. Nutzen könnte das Urteil vor allem VW-Besitzern, die ältere Fahrzeuge besitzen, die vom Dieselskandal betroffen sind. Interessant ist dies vor allem für diejenigen, die nicht bei VW-Vertragshändlern oder auf dem Gebrauchtwagenmarkt einen VW erworben haben.

VW beruft sich in einer ersten Stellungnahme darauf, dass andere Gerichte in ähnlichen Sachverhalten anders entschieden hätten und behält sich nach Angaben ihres Sprechers vor, gegen das Urteil aus Hildesheim in Berufung zu gehen.

Recherchekooperation

Die investigativen Ressorts von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" kooperieren unter Leitung von Georg Mascolo themen- und projektbezogen. Die Rechercheergebnisse, auch zu komplexen internationalen Themen, werden für Fernsehen, Hörfunk, Online und Print aufbereitet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Januar 2017 um 17:41 Uhr

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