Ferdinand Piech | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ehemaliger VW-Aufsichtsratschef Wird Piëch entmachtet?

Stand: 12.03.2017 02:15 Uhr

Die unternehmensinterne Schlammschlacht bei VW richtet sich mehr und mehr gegen den Ex-Aufsichtsratschef des Konzerns: Einem Medienbericht zufolge droht Ferdinand Piëch sein letztes Mandat im Aufsichtsrat zu verlieren - durch die Stimmen der Eigentümerfamilien.

Die Eigentümerfamilien von Volkswagen stellen sich offenbar immer deutlicher gegen den früheren Aufsichtsratschef des Automobilkonzerns. Die Familien Porsche und Piëch wollen einem Bericht der "Bild am Sonntag" Ferdinand Piëch sein letztes Mandat im Aufsichtsgremium der Porsche SE entziehen. Die VW-Großaktionärin Porsche SE gilt als eigentliches Machtzentrum, weil dort die milliardenschwere VW-Beteiligung liegt. Sie hält einen Anteil von 52,2 Prozent an den Stammaktien der Volkswagen Aktiengesellschaft.

Beide Familien seien übereingekommen, den Aufsichtsrat umstrukturieren zu wollen - und diesen Schritt als Gelegenheit zu nutzen, Piëch durch den Mandatsverlust zu entmachten, schreibt die Zeitung. Der Aufsichtsrat besteht aus zwölf Mitgliedern, an der Spitze Wolfgang Porsche, Ferdinands Cousin. Auch sechs Arbeitnehmervertreter gehören zum Gremium. Die derzeitigen Arbeitnehmervertreter hätten allerdings vor Kurzem angekündigt, sich aus dem Rat zurückzuziehen. Daher muss das Gremium neu gewählt werden, das solle bei der Hauptversammlung Ende Mai in Stuttgart geschehen.

Offiziell gibt es keine Bestätigung für die Pläne gegen Piëch. Ein Porsche-Sprecher sagte dazu lediglich: "Die endgültige Entscheidung fällt im Laufe der nächsten Wochen im Aufsichtsrat."

Piëch belastet VW-Aufsichtsrat

Piëch selbst hatte zuletzt den Unmut auf sich gezogen, indem er sich offen gegen den VW-Aufsichtsrat gestellt hatte. Dieser sei bereits im März 2015 über den VW-Abgasskandal informiert gewesen, behauptete Piëch Anfang Februar. Der Aufsichtsrat wies die Vorwürfe scharf zurück und kündigte sogar rechtliche Schritte gegen Piëch an. Auch die niedersächsische Landesregierung widersprach Piëch und bezeichnete seine Aussage als "unwahr". Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent zweitgrößter Anteilseigner von Volkswagen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. März 2017 um 17:00 Uhr.

Darstellung: