VW Logo mit dunklen Wolken | Bildquelle: dpa

Abgasaffäre Erster Großkunde verklagt VW

Stand: 05.02.2017 07:17 Uhr

In der Abgsaffäre muss sich VW offenbar mit einer weiteren Klage befassen. Die Fischmanufaktur Deutsche See fordert einem Medienbericht zufolge als erster deutscher Großkunde von dem Autobauer Schadenersatz in Höhe von 11,9 Millionen Euro.

Die Fischmanufaktur Deutsche See verklagt Volkswagen wegen der Abgasmanipulationen bei Dieselautos offenbar auf Schadenersatz in Höhe von 11,9 Millionen Euro.

Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, reichte der Fischhändler bereits am Freitag eine entsprechende Klage gegen VW und seine Leasingtochter beim Landgericht Braunschweig ein. Der Marktführer für Frischfisch und Meeresfrüchte in Deutschland liefert seine Ware demnach mit 500 VW-Leasingfahrzeugen an Kunden aus.

Firmenchef Egbert Miebach hatte die Flotte im Jahr 2010 auf Fahrzeuge mit "BlueMotion"-Dieseltechnologie von VW umgestellt, um sie nachhaltiger zu machen. Nach Bekanntwerden der Manipulationen beim Stickoxid-Ausstoß fühlt sich das Unternehmen "arglistig getäuscht", wie die Zeitung berichtet.

Deshalb fordere er eine Rückabwicklung der Leasingverträge - weil die Fahrzeuge Mängel hätten, solle VW 11,9 Millionen Euro für Leasingraten und Wartungskosten erstatten. Die Deutsche See hat rund 1700 Mitarbeiter, der Umsatz lag zuletzt bei 372 Millionen Euro.

Klagen von Autobesitzern

Bundesweit klagen derzeit auch einzelne Autobesitzer vor mehreren Gerichten wegen überhöhter Stickoxidwerte auf Rückabwicklung des Kaufs oder Schadenersatz. Allein vor dem Landgericht Braunschweig sind mehr als 200 solcher Klagen anhängig.

Die auf Verbraucherschutzverfahren spezialisierte Onlineplattform MyRight, die mit der US-Kanzlei Hausfeld zusammenarbeitet, reichte zu Jahresbeginn die erste Musterklage ein. Eine finanzielle Entschädigung der Kunden in Europa lehnt VW ab, obwohl sich Forderungen nach einem ähnlichen Vergleich wie in den USA mehren. Dort muss der Autokonzern bereits Milliarden-Entschädigungszahlungen leisten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Februar 2017 um 03:00 Uhr und tagesschau24 um 10:00 Uhr.

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