Ferdinand Piech | Bildquelle: picture alliance / dpa

Abgasskandal Aufsichtsrat greift Piëch an

Stand: 08.02.2017 21:21 Uhr

Der VW-Aufsichtsrat hat die Vorwürfe von Ex-Aufsichtsratschef Piëch in scharfer Form zurückgewiesen. Dessen Behauptung, das Gremium habe bereits im März 2015 vom Dieselskandal gewusst, sei bereits als unglaubwürdig eingestuft worden. Man prüfe nun Ansprüche gegen Piëch.

Der VW-Aufsichtsrat hat Anschuldigungen von Ex-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, demufolge das Gremium bereits im März 2015 vom Dieselskandal wusste, scharf zurückgewiesen. In einer Stellungnahme hieß es, der Volkswagen-Vorstand werde mögliche Maßnahmen und Ansprüche gegen Piëch "sorgfältig prüfen". Das könnten auch eine Strafanzeige oder Schadensersatzansprüche gegen Piëch sein.

Piech belastet VW-Aufsichtsrat in der Dieselaffäre
tagesschau 14:00 Uhr, 09.02.2017, Jörg Ihßen, NDR

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Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Piëch den Aufsichtsrat schwer belastet habe. Unter anderem sollen Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Betriebsratschef Bernd Osterloh bereits Anfang März 2015 - und damit viel früher als bisher bekannt - von Hinweisen auf Abgas-Manipulationen in den USA erfahren haben. Der Aufsichtsrat erklärte dazu, eben dieser Vorwurf Piëchs sei keineswegs neu, sondern vom ihm bereits im Frühjahr 2016 erhoben worden. Diese Darstellung sei durch die Anwaltsanzlei Jones Day eingehend und detailliert überprüft worden. "Dabei haben sich keine Anhaltspunkte für die Richtigkeit dieser Behauptungen ergeben, sie wurden insgesamt als unglaubwürdig eingestuft."

Weil: "Darstellung ist schlichtweg falsch"

Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil erklärte, ihm seien die Vorwürfe Piëchs seit einigen Monaten bekannt. "Sie sind einer unabhängigen Prüfung unterzogen und als unglaubwürdig bewertet worden. Tatsächlich hat es im Frühjahr 2015 von keiner Seite Hinweise an mich gegeben, Volkswagen nehme unzulässigerweise Einfluss auf Schadstoffwerte. Davon habe ich erst am 19. September 2015 erfahren. Jede anderslautende Darstellung ist schlichtweg falsch." Ähnlich äußerte sich Betriebsratschef Bernd Osterloh.

Ferdinand Piëch | Bildquelle: dpa
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Ferdinand Piëch erhebt schwere Vorwürfe gegen den VW-Aufsichtsrat. Der dementiert und prüft seinerseits ein juristisches Vorgehen gegen Piëch.

Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, kommt als Zeuge zur Sitzung des Abgas-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages in Berlin. | Bildquelle: dpa
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Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, soll laut Piëch ebenfalls viel früher als bekannt von dem Dieselskandal gewusst haben.

Piëch belastete auch Winterkorn

Kürzlich hatte bereits der "Spiegel" berichtet, Piëch habe Ex-Konzernchef Martin Winterkorn gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig belastet. Piëch gab demnach an, Ende Februar 2015 von einem Informanten den Hinweis erhalten zu haben, dass der Autobauer Abgaswerte manipuliere und deswegen ein großes Problem in den USA habe. Damit habe er Winterkorn konfrontiert. Winterkorn beteuert dagegen, von den Manipulationen erst Anfang September 2015 erfahren zu haben. Er war kurz nach Bekanntwerden der Affäre zurückgetreten. Die Braunschweiger Staatsanwälte ermitteln gegen ihn und andere frühere sowie aktuelle Manager wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation.

Der 79-Jährige Piëch ist Miteigentümer von Porsche und damit auch Großaktionär von VW. Er war bis April 2015 langjähriger VW-Aufsichtsratschef und galt als mächtigster Mann bei Volkswagen. Er trat nach einem internen Machtkampf mit Winterkorn zurück.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Februar 2017 um 20:00 Uhr.

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