VW-Konzernchef Matthias Müller bei einer Pressekonferenz | Bildquelle: dpa

Umbau im VW-Vorstand Muss Müller gehen?

Stand: 10.04.2018 14:53 Uhr

Bei VW steht offenbar ein Führungswechsel bevor: Medien berichten, dass Konzernchef Müller abgelöst werden soll. Eine Ad-hoc-Mitteilung des Konzerns befeuert die Gerüchte.

Bei VW steht offenbar die Ablösung des Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller kurz bevor. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, soll er an der Spitze des Konzerns abgelöst werden. Auch der Nachfolger steht demnach schon fest: VW-Markenchef Herbert Diess soll ihn ersetzen.

Befeuert wird die Meldung durch eine Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens selbst. Dort heißt es, der Konzern erwäge eine "Weiterentwicklung der Führungsstruktur für den Konzern, die auch mit personellen Veränderungen im Vorstand verbunden wäre. Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören."

Derzeit gebe es Gespräche des Aufsichtsratsvorsitzenden mit verschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands. Dazu heißt es weiter in der Mitteilung: Müller habe "seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken." Es sei noch unklar, ob es zu personellen Veränderungen im Vorstand kommen werde. Volkswagen machte zunächst keine weiteren Angaben dazu.

Danach verlautete aus Unternehmenskreisen, dass sich der Aufsichtsrat von Volkswagen an diesem Freitag treffen wolle, um über mögliche Veränderungen der Führungsstruktur zu beraten. Dabei dürfte es auch um Umbaupläne wie eine mögliche Abspaltung des Lkw-Geschäfts und Top-Personalien gehen.

VW-Markenchef Herbert Diess | Bildquelle: AFP
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VW-Markenchef Herbert Diess wird als Nachfolger von Matthias Müller an der Konzernspitze gehandelt.

VW müsse "weiblicher und jünger werden"

Müller hatte dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" gesagt, aus seiner Sicht müsse das oberste Management von Volkswagen "weiblicher, jünger und internationaler" werden. Müller ist 64 Jahre alt, sein Vertrag endet regulär 2020. Er war im Herbst 2015 an die Spitze von Volkswagen gekommen, nachdem Vorgänger Martin Winterkorn im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden des Abgasskandals in den USA zurückgetreten war.

Bei Volkswagen ist der interne Umbau seit langem ein Thema, der riesige Konzern kämpft mit komplexen Strukturen und will den einzelnen Marken und Regionen mehr Verantwortung geben. Außerdem erfordern die Elektromobilität und die Vernetzung viele Veränderungen, der Konzern investiert hier bereits Milliarden.

Zeitgleich mit Volkswagen ging die Muttergesellschaft Porsche SE an die Öffentlichkeit und teilte mit, dass Veränderungen im VW-Vorstand auch zu Änderungen im Vorstand bei der Porsche SE führen könnten. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Die Vorzugsaktien von Volkswagen stiegen am frühen Nachmittag auf ein Tageshoch.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. April 2018 um 16:00 Uhr und der Deutschlandfunk um 14:30 Uhr in den Nachrichten.

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