Ein qualmender Auspuff an einem PKW | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

ICCT-Studie zu Neuwagen Teurer und schmutziger als bekannt

Stand: 06.11.2017 09:50 Uhr

Der Kraftstoffverbrauch von Neuwagen in Europa liegt einer Untersuchung zufolge im Durchschnitt über den Herstellerangaben. Das bedeutet nicht nur Mehrkosten für die Autofahrer, sondern auch eine stärkere Belastung der Umwelt.

Neuwagen verbrauchen einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) zufolge im Schnitt 42 Prozent mehr Kraftstoff als von den Herstellern angegeben. Die Kluft zwischen offiziellem und tatsächlichem Verbrauch sind dabei der Umweltorganisation zufolge so groß wie nie. Bei einer ersten Studie im Jahr 2013 habe die Differenz noch bei 25 Prozent gelegen.

Der höhere Verbrauch bedeute nicht nur Mehrkosten von bis zu 400 Euro im Jahr für die Autofahrer, sondern auch eine stärkere Belastung der Umwelt etwa durch CO2-Ausstoß. Die Organisation ICCT, die den VW-Abgasskandal aufgedeckt hatte, wertete Daten von rund 1,1 Millionen Autos aus acht europäischen Ländern aus. Sämtliche Datenquellen bestätigten, dass die Lücken zwischen dem von den Herstellern veröffentlichen Kraftstoffverbrauch und dem tatsächlich vom Kunden festgestellten Verbrauch einen neuen Höchststand erreicht habe.

Neues Testverfahren für alle Autos

Der Kraftstoffverbrauch von Pkw wird unter einheitlichen Bedingungen in Testlabors ermittelt. Seit September würden aber für neue Fahrzeugtypen strengere Richtlinien bei den Testverfahren gelten, ab Herbst 2018 dann für alle Autos. Die ICCT-Forscher erwarten, dass das neue Testverfahren die realen Fahrbedingungen genauer widerspiegelt und sich die Lücke zwischen offiziellen und realen Verbrauchswerten in etwa halbieren wird.

Es gebe aber weiterhin auch Schlupflöcher. Daher sei es auch wichtig, endlich europaweit Sanktionsmöglichkeiten einzuführen, um Autohersteller bei Tricksereien und Falschangaben bestrafen zu können. Die EU hat bereits strenge CO2-Grenzwerte ab 2021 festgesetzt, die nach einer Analyse der Beratungsgesellschaft MSCI jedoch kaum ein Autohersteller wird einhalten können.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. November 2017 um 08:34 Uhr.

Darstellung: