Das Logo von WhatsApp und Facebook auf dem Display eines Smartphones | Bildquelle: dpa

Wegen Datenweitergabe Verbraucherschützer verklagen WhatsApp

Stand: 30.01.2017 12:31 Uhr

Wegen der Weitergabe von Daten an die Unternehmensmutter Facebook hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen den Messengerdienst WhatsApp verklagt. Die Weitergabe sei widerrechtlich, und betreffe auch Menschen, die weder ein WhatsApp- noch ein Facebook-Konto besäßen.

Der Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen (VZBV) hat vor dem Landgericht Berlin Klage gegen den US-amerikanischen Messengerdienst WhatsApp eingereicht. Auf Basis der seit vergangenem August geänderten Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen sammele und speichere das Unternehmen von Verbrauchern teils widerrechtlich Daten und gebe diese an die Konzernmutter Facebook weiter, erklärten die Verbraucherschützer.

Nach dem Einschreiten von Datenschützern und einer Abmahnung durch den VZBV hatte Facebook die Weitergabe und Nutzung von Daten europäischer WhatsApp-Nutzer an den Mutterkonzern im vergangenen November ausgesetzt. Der vorläufige Stopp solle Behördenvertretern die Möglichkeit geben, ihre Sorgen vorzubringen - und Facebook die Zeit, diese abzuwägen, erklärte das Unternehmen damals.

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Zuvor hatte WhatsApp angekündigt, künftig die Telefonnummer der Nutzer an Facebook weiterzugegeben. Außerdem sollten mit der Konzernmutter Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird. Dadurch sollten die Werbeanzeigen und die Freundschaftsvorschläge in den Facebook-Diensten verbessert werden, hieß es.

"Dieses Versprechen hat nicht lange gehalten"

Der VZBV betonte, die Weitergabe der Daten geschehe unabhängig davon, ob die Anwender einen Facebook-Account haben oder nicht. Besonders kritisch sei, dass auch Nummern von Verbrauchern, die lediglich im Telefonbuch der WhatsApp-Kunden gespeichert sind, an die gesamte Facebook-Unternehmensgruppe gingen.

Mit der Klage wollen die Verbraucherschützer nun zum einen erreichen, dass die weitergeleiteten Daten gelöscht werden. WhatsApp solle außerdem unterlassen, insgesamt acht beanstandete Klauseln aus den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie gegenüber den Nutzern zu verwenden. Beispielsweise behalte sich WhatsApp das Recht vor, seinen Nutzern ohne deren Einwilligung auch Werbematerial aus der Facebook-Unternehmensgruppe zukommen zu lassen.

"Facebook hat im Jahr 2014 öffentlichkeitswirksam erklärt, die Nutzerdaten zwischen den beiden Diensten nicht auszutauschen", erklärte Carola Elbrecht, Rechtsreferentin beim VZBV. Darauf hätten viele Verbraucher vertraut. "Dieses Versprechen hat nicht lange gehalten."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Januar 2017 um 16:44 Uhr

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