Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie. | Bildquelle: AFP

Diesel-Diskussion Muss VDA-Präsident Wissmann gehen?

Stand: 31.08.2017 11:28 Uhr

Die deutschen Autobauer wollen einem Medienbericht zufolge im Herbst VDA-Präsident Wissmann ablösen. Der frühere Bundesverkehrsminister soll sich im Zuge des Dieselskandals den Unmut von Daimler-Chef Zetsche zugezogen haben, meldete heißt es. Daimler und VDA widersprechen dem Bericht.

VDA-Präsident Matthias Wissmann steht einem Medienbericht zufolge nach über zehn Jahren an der Spitze des Verbandes der Automobilindustrie, VDA, vor der Ablösung. Der Wechsel solle nach der Bundestagswahl erfolgen, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland, RDN, unter Berufung auf Industriekreise. VDA und der Autokonzern Daimler dementieren die Meldung.

"Das ist völlig abwegig", sagte eine VDA-Sprecherin. Von "Personalspekulationen" sprach Daimler-Sprecher Jörg Howe und ergänzte: "Von einer Ablösung Matthias Wissmanns kann keine Rede sein."

Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie bei einer Pressekonferenz nach dem Diesel-Gipfel. | Bildquelle: AFP
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Daimler dementiert, dass Dieter Zetsche eine Ablösung von Matthias Wissmann anstrebe.

RDN hatte berichtet, die drei großen Autobauer Daimler, BMW und Volkswagen wollten im Herbst einen anderen Präsidenten an der VDA-Spitze sehen. Koordinator der Suche nach einem Wissmann-Nachfolger sei Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. Damit wolle man mit einer "personellen und inhaltlichen Neuaufstellung" die Debatte über Verbrennungsmotoren und mögliche Fahrverbote bestreiten, hieß es in dem Bericht.

Unstimmigkeiten wegen Diesel-Abgasskandal

Wissmann steht seit 2007 an der Verbandsspitze. Der 68-jährige frühere Bundesverkehrsminister und CDU-Parlamentarier ist neben seiner VDA-Tätigkeit als Präsident, Aufsichtsrat oder Beirat in mindestens acht weiteren Spitzenunternehmen und Organisationen tätig. Sein Vertrag war erst im November 2016 um zwei weitere Jahre verlängert worden.

Im Zuge des Diesel-Abgasskandals sei es zu Unstimmigkeiten zwischen Wissmann und zuletzt Zetsche selbst gekommen, berichtete RND. So hatte Wissmanns Verband noch während der laufenden Verhandlungen zwischen Wirtschaft und Politik beim ersten Diesel-Gipfel eine umstrittene Presseerklärung veröffentlicht - sehr zum Unwillen der Autoindustrie.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. August 2017 um 10:00 Uhr.

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