Ein Auspuffrohr vor der VW-Zentrale in Wolfsburg | Bildquelle: dpa

Affen mussten Abgase einatmen VW entschuldigt sich für Tierversuche

Stand: 27.01.2018 22:12 Uhr

Versuche an Affen sollten 2014 im Auftrag deutscher Konzerne beweisen, dass Diesel-Abgase harmlos sind. Initiator der bizarren Studie war offenbar Volkswagen. Nun distanziert sich der Autobauer vom Experiment.

Volkswagen hat sich für Tierversuche in den USA entschuldigt, bei denen Affen gezielt Dieselabgasen ausgesetzt worden waren. "Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war", teilte der Konzern mit. "Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten." Volkswagen distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei. "Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner."

Weil: "Widerlich und absurd"

Stephan Weil | Bildquelle: AFP
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Niedersachsens Ministerpräsident Weil verurteilte die Tierversuche.

VW-Großaktionär Niedersachsen teilte mit, die Vertreter des Landes im Aufsichtsrat drängten auf vollständige Aufklärung der Geschehnisse aus dem Jahr 2014, von denen sie durch die Medien erfahren hätten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass nie wieder vergleichbare Studien in Auftrag gegeben werden.

"Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd", sagte Ministerpräsident Stephan Weil.

Im Auftrag der Autolobby

Die Tests mit den Affen waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Deshalb hatte die EUGT ("Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor"), eine von Volkswagen, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative, sie bei einem Forschungslabor in Albuquerque in Auftrag gegeben.

Ziel soll gewesen sein, eine Studie der Weltgesundheitsorganisation zu kontern, die Dieselabgase 2012 als krebserregend eingestuft hatte. Abschließende Ergebnisse der Studie wurden nie veröffentlicht.

Daimler verspricht Aufklärung

Die Tierversuche waren durch US-Ermittlungen zur VW-Abgasaffäre bekanntgeworden. Die "New York Times" hatte am Freitag zuerst darüber berichtet. Federführend war laut dem Studienleiter dabei VW.

Der Autokonzern Daimler versprach inzwischen, die Hintergründe der Studie aufzuklären. Dazu sei eine Untersuchung eingeleitet worden. Der Konzern distanzierte sich erneut von den Experimenten. "Wir halten die Tierversuche in der Studie für überflüssig und abstoßend", hieß es.

Über dieses Thema berichtete SWR Aktuell BW am 27. Januar 2018 um 19:30 Uhr.

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