Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Trumps Handelspolitik Deutsche Wirtschaft vermisst Bekenntnis

Stand: 18.03.2017 08:33 Uhr

Die Meinungsunterschiede seien nicht aus der Welt und es gebe künftig "noch viele langwierige und schwierige Gespräche": Die deutsche Wirtschaft hat bei den Gesprächen in Washington ein Bekenntnis Trumps zu einer engen wirtschaftlichen Kooperation vermisst.

Die deutsche Wirtschaft hat beim Besuch von Kanzlerin Merkel in Washington ein klares Bekenntnis der US-Regierung zu einer engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit vermisst. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Darauf hat nicht nur die transatlantische Wertegemeinschaft, sondern die gesamte Weltwirtschaft sehnsüchtig gewartet. Niemand ist eine Insel - auch die USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump nicht."

Nicht nur Deutschland und Europa, sondern auch die USA würden von einer engeren Zusammenarbeit profitieren. Kempf lobte, dass sich Trump "ausdrücklich von einer isolationistischen Haltung distanziert hat. Die USA dürfen sich nicht abschotten, weder wirtschaftlich noch politisch".

Handelbeziehungen nach dem Treffen weiter unklar
tagesschau 09:00 Uhr, 18.03.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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"Noch viele schwierige Gespräche"

Trump hatte am Freitag gesagt, er erwarte "großartige Handelsbeziehungen mit Deutschland". Er betonte: "Wir wollen Fairness, keine Siege." Nach Ansicht des deutschen Groß- und Außenhandels ist jedoch weiter unklar, wie genau sich Trump künftig diese Beziehungen vorstellt. Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, sagte, es sei auch weiterhin nicht erkennbar gewesen, "wo er (Trump) sich unfair behandelt fühlt".

Völlig richtig sei Merkels Hinweis auf die Zuständigkeit Brüssels in allen Handelsfragen gewesen, sagte Börner weiter. "Hier dürfen wir uns in Europa nicht auseinanderdividieren lassen." Insgesamt wertete er den Auftakt der Gespräche als gut. Für Merkel sei das schließlich keine leichte Mission gewesen, "an deren Ende immerhin doch ein Bekenntnis zum freien Handel stand". Zugleich sei aber auch deutlich geworden, "dass die Meinungsunterschiede nicht aus der Welt sind und noch viele langwierige und schwierige Gespräche vor uns liegen".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. März 2017 um 10:00 Uhr.

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