Euro-Scheine

Statistisches Bundesamt Rekordüberschuss für öffentliche Haushalte

Stand: 11.04.2018 10:01 Uhr

Die öffentlichen Kassen sind gefüllt wie nie: Laut Statistischem Bundesamt erreichte der Überschuss mit 61,9 Milliarden Euro einen Rekordstand. Dazu trugen auch die Energiekonzerne bei.

Der Überschuss der öffentlichen Haushalte hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag das Plus nach vorläufigen Ergebnissen in den sogenannten Kern- und Extrahaushalten 2017 bei 61,9 Milliarden Euro. Im Vorjahr betrug es noch 25,8 Milliarden Euro. Laut Bundesamt verzeichneten die Haushalte seit 2014 stets einen Überschuss.

Einmalzahlung der Energiekonzerne

Zu den Extrahaushalten gehören alle Fonds und Unternehmen, die dem Staat zuzurechnen sind. Deren Überschuss stieg von fünf Milliarden Euro 2016 auf 30,6 Milliarden 2017. Grund dafür war eine Einmalzahlung der Energiekonzerne in Höhe von 24,1 Milliarden Euro in einen Fonds für die Entsorgung von Atommüll.

Zu den Kernhaushalten gehören die Haushalte von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung. Beim Bund sank der Überschuss von 6,2 Milliarden Euro 2016 auf fünf Milliarden Euro vergangenes Jahr. Das lag laut Mitteilung hauptsächlich an einer Milliardenrückzahlung der Kernbrennstoffsteuer an Energiekonzerne sowie geringeren Gewinnen der Bundesbank.

Bei den Kern- und Extrahaushalten der Länder stieg das Plus 2017 von neun auf 12,1 Milliarden Euro, bei den Kommunen von 5,4 auf 10,7 Milliarden Euro. Bei der Sozialversicherung stieg der Überschuss von 6,4 auf 8,4 Milliarden Euro.

Berechnungen variieren

Das Bundesamt wies darauf hin, dass es neben dieser Überschussrechnung noch andere Methoden zur Berechnung des Staatsüberschusses gibt. Laut Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung betrug das Plus 36,6 Milliarden Euro. Hauptgrund für den großen Unterschied: In den Berechnungen für die EU-Kommission wird die Einmalzahlung an den staatlichen Atomfonds, mit der sich die AKW-Betreiber auf einen Schlag ihrer Pflichten für die Zwischen- und Endlagerungen des radioaktiven Mülls entledigten, nicht berücksichtigt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. April 2018 um 10:00 Uhr und 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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