Bank Asya

Türkische Behörden gehen gegen Bank vor Neuer Schlag gegen die Gülen-Bewegung

Stand: 04.02.2015 11:49 Uhr

Seit langem geht die türkische Regierung massiv gegen die Bewegung des Islam-Predigers Gülen vor. Nun haben die Behörden die Kontrolle über eine Bank übernommen, die zu dessen Imperium gehört. Präsident Erdogan hatte die Bank bereits öffentlich für bankrott erklärt.

In der Türkei haben die Behörden die Kontrolle über eine Bank übernommen, die dem Imperium des regierungskritischen Islam-Predigers Fethullah Gülen gehört. Die Bankenaufsicht entließ den Generaldirektor der Bank Asya, Ahmet Beyaz, und begründete dies mit mangelnder Transparenz. Ein neuer Vorstand wurde eingesetzt.

Vor dem Hauptquartier der Bank in Istanbul versammelten sich Dutzende Kunden des Geldinstituts, um gegen den Eingriff der Behörden zu protestieren. Ex-Generaldirektor Beyaz kündigte rechtliche Schritte an.

Fethullah Gülen
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Die Bewegung von Fethullah Gülen betreibt unter anderem Schulen und Medien in der Türkei.

Seit vergangenem Jahr Druck auf Bank erhöht

Als Teil des Imperiums von Gülen stand das Institut seit längerem unter verschärfter Beobachtung. Die Regierung hatte der Bank Asya im vergangenen Jahr unter anderem das Recht entzogen, für ihre Kunden die Zahlung von Steuern und Sozialabgaben abzuwickeln. Regierungsnahe Medien berichteten daraufhin von einer schweren Krise bei der Bank. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte öffentlich, die Bank Asya sei bereits bankrott. Der Marktwert der Bank ging daraufhin deutlich zurück.

Der in den Vereinigten Staaten lebende Gülen war lange ein Unterstützer Erdogans, überwarf sich im Jahr 2013 aber mit dem damaligen Regierungschef. Als Gülen-treue Staatsanwälte Ende 2013 ein Korruptionsverfahren gegen Mitglieder der Regierung einleiteten, sprach Erdogan von einem Putschversuch. Er wirft Gülen vor, parallele Strukturen im Staatsapparat aufgebaut zu haben, und fordert von den USA dessen Auslieferung. Gülens "Hizmet"-Bewegung betreibt in der Türkei unter anderem auch Schulen und Medien.

Erdogan hatte mehrfach erklärt, den Einfluss der Gülen-Bewegung endgültig zu brechen. Tausende mutmaßliche Gülen-Anhänger in Justiz und Polizei wurden im vergangenen Jahr entlassen oder versetzt. Im Dezember wurden bereits Journalisten von Gülen-Medien festgenommen.

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