Trump | Bildquelle: AFP

Trump zur Zoll-Entscheidung Handelskriege - "gut und einfach zu gewinnen"

Stand: 02.03.2018 13:56 Uhr

Kritik aus dem Ausland und aus den eigenen Reihen - wegen seiner Entscheidung für Strafzölle wird US Präsident Trump heftig angegangen. Er selbst verteidigt seine Pläne - und zeigt sich als Fan von Handelskriegen.

US-Präsident Donald Trump hat seine weltweit kritisierte Ankündigung von Schutzzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte verteidigt. Auch von der Aussicht eines "Handelskriegs" zeigte er sich unbeeindruckt. "Wenn ein Land (USA) viele Milliarden Dollar im Handel mit praktisch jedem Land verliert, mit dem es Geschäfte macht, dann sind Handelskriege gut - und einfach zu gewinnen", schrieb er auf Twitter. "Beispiel: Wenn wir ein 100-Milliarden-Dollar-Defizit mit einem Land haben und sie das ausnutzen, handeln wir nicht mehr - und machen einen Riesengewinn. Es ist so einfach!"

Reaktionen auf die von Trump angekündigten Strafzölle
tagesschau 17:00 Uhr, 02.03.2018, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Chaos im Weißen Haus?

Dass es wirklich so einfach ist, daran zweifeln selbst Berater des Präsidenten. Denn dieser hatte sich mit seiner Entscheidung für Schutzzölle offenbar über die Bedenken von Kritikern in den eigenen Reihen hinweggesetzt. Ein Insider sprach von "Chaos" im Weißen Haus noch in der Nacht zum Freitag angesichts der ständig wechselnden Positionen der Regierung. "Es passiert, es passiert nicht, und dann ist es passiert", hieß es zu dem Ablauf. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf dem Präsidialamt nahe stehende Personen sogar von einem "offenen Krieg", der zuletzt zwischen den verschiedenen Beratergruppen geführt worden sei.

Trumps Ankündigung ist damit ein Sieg der Falken wie Handelsberater Peter Navarro, Unterhändler Robert Lighthizer und Handelsminister Wilbur Ross, die eine härtere Gangart befürwortet haben. Auf der Verliererseite stehen der Chef des Nationalen Wirtschaftsrates Gary Cohn und Verteidigungsminister James Mattis, die gekämpft haben sollen, um die Maßnahmen zu stoppen, zu verschieben oder wenigstens zu begrenzen.

Auch zahlreiche republikanische Abgeordnete zeigten sich erbost über die Entscheidung ihres Präsidenten. "Immer wenn man sowas macht, gibt es Vergeltung", sagte der republikanische Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Senat, Pat Roberts. "Ziel Nummer Eins ist die Landwirtschaft." In den US-Medien schlossen sich seine Kollegen der Kritik an: Orrin Hatch, Vorsitzender des Finanzausschusses, nannte die Maßnahme "eine Steuererhöhung, die sich das amerikanische Volk nicht leisten kann". Senator Ben Sasse, ebenfalls ein republikanischer Senator, erklärte: "Man würde eine so schlechte Politik von einer linken Regierung erwarten, nicht von einer angeblich republikanischen."

Börsianer fürchten einen Handelskrieg

Auch in der US-Wirtschaft sind die Reaktionen auf Trumps Strafzölle nicht nur positiv, denn auch an der Wall Street macht sich Angst vor einem Handelskrieg breit. Der Dow Jones Index sackte um 420 Punkte ab. Nach Trumps moderater Rede in Davos schienen viele Börsianer geschockt, dass der Präsident seine protektionistischen Wahlkampfversprechen doch nicht vergessen hat. Der Wirtschaftsexperte des "Wall Street Journals", Greg Ip, warnte im Sender PBS vor den negativen Folgen der Strafzölle:

"Das sind schlechte Nachrichten für alle Unternehmen, die Stahl und Aluminium verarbeiten. Davon sind viel mehr Arbeiter und Unternehmen betroffen: die Autoindustrie zum Beispiel, Luftfahrtunternehmen. Egal ob Getränkedosen oder Alu-Folie, wir werden draufzahlen."

Schon unter George W. Bush gescheitert

Der Wirtschaftsexperte des "Wall Street Journal" erinnerte an die Strafzölle, die der frühere Präsident George W. Bush 2002 verhängte, um ebenfalls die US-Stahlbranche zu schützen. Angesichts von Vergeltungsmaßnahmen aus dem Ausland und drohender Strafen durch die Welthandelsorganisation nahm Bush die Strafzölle nach eineinhalb Jahren zurück. Fast alle wissenschaftlichen Studien kamen später zum Ergebnis: Die negativen Folgen und Kosten der Strafzölle waren deutlich größer als die positiven Effekte. Auch deshalb hoffen viele in den USA, dass sich Trump bis zu seiner endgültigen Entscheidung in der kommenden Woche noch umstimmen lässt.

Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. März 2018 um 14:00 Uhr.

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