US-Präsident Donald Trump (Bild vom 12.02.2018). | Bildquelle: AP

US-Handelspolitik Trump lässt neue Zölle auf Autos prüfen

Stand: 24.05.2018 03:09 Uhr

Schlechte Nachrichten für die deutsche Autoindustrie: US-Präsident Trump lässt prüfen, ob seine Regierung neue Importzölle auf Autos, Lastwagen und Autoteile erheben wird - offenbar in Höhe von bis zu 25 Prozent.

US-Präsident Donald Trump hat das US-Handelsministerium offiziell angewiesen, Importzölle auf Autos, Lkw und Autoteile zu prüfen. Es müsse geklärt werden, ob die Autoeinfuhren eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA seien, erklärte Trump in Washington. Das "Wall Street Journal" berichtet, Trump erwäge Schutzzölle auf eingeführte Autos von bis zu 25 Prozent.

"Auf unsere großartigen amerikanischen Automobilarbeiter warten schon bald große Nachrichten", twitterte Trump, ohne Details zu nennen. "Nachdem eure Jobs jahrzehntelang ins Ausland verloren gingen, habt ihr lange genug gewartet!", ergänzte er.

Für die deutschen Autohersteller könnte mit den seit Monaten angedrohten Importzöllen empfindlicher Kostendruck entstehen. Die USA sind nach China der zweitgrößte Exportmarkt der deutschen Automobilhersteller. 2017 exportierten diese nach US-Daten rund eine halbe Million Fahrzeuge in die USA.

Schutz der nationalen Sicherheit als Begründung

Formell ordnete Trump eine Untersuchung nach dem sogenannten Kapitel 232 an. Mit dem Schutz der nationalen Sicherheit hatte Trump auch die Zölle auf Stahl und Aluminium begründet, von denen die EU noch bis zum 1. Juni ausgenommen ist. "Schlüsselindustrien wie Autos und Autoteile sind kritisch für die Stärke unserer Nation", erklärte Trump.

Das "Wall Street Journal" berichtete, der Plan für Autoimportzölle befinde sich aber noch in einem frühen Stadium und dürfte auf Widerstand von diversen US-Interessengruppen und ausländischen Handelspartnern stoßen.

Mehrfach gedroht

Der US-Präsident hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt deutschen Autobauern mit einer Sondersteuer von 35 Prozent auf importierte Fahrzeuge gedroht. Als Grund dafür nannte Trump eine angebliche Ungleichbehandlung: Ein US-Pkw wird bei der Einfuhr in die EU mit zehn Prozent verzollt, ein EU-Auto in den USA nur mit drei Prozent.

Aus Sicht der Bundesregierung sieht das Bild anders aus, wenn man die in den USA beliebten SUVs und Vans einbezieht - dann schrumpfe der Abstand auf 4,3 zu 3,1 Prozent.

Eine US-Flagge spiegelt sich in einem VW-Logo. | Bildquelle: dpa
galerie

Deutsche Autobauer würden die Importzölle hart treffen.

Zoll-Ausnahmen für die EU laufen vermutlich aus

Der Vorstoß Trumps kommt kurz vor dem Auslaufen der Ausnahme für die EU von den neuen US-Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, die federführend mit den USA verhandelt, erwartet keine weitere Fristverlängerung.

Außenminister Heiko Maas sagte nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Washington, Deutschland und die EU würden sich "in keinster Weise" mit dem Weg abfinden, den die USA eingeschlagen hätten. Über den Handel könne geredet werden. Aber nicht unter der Androhung von Strafzöllen.

500.000 Autos aus Deutschland

Die EU droht den USA mit Gegenmaßnahmen. Neben den deutschen Konzernen könnten Importzölle auf Autos auch asiatische Hersteller wie Toyota, Nissan oder Hyundai treffen. Die USA haben im vergangenen Jahr nach einer offiziellen Statistik 8,3 Millionen Autos importiert im Wert von 192 Milliarden Dollar. Davon kamen 2,4 Millionen aus Mexiko, 1,8 Millionen aus Kanada, 1,7 Millionen aus Japan und 500.000 aus Deutschland. Im gleichen Zeitraum exportierten die USA knapp zwei Millionen Autos im Wert von 57 Milliarden Dollar ins Ausland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Mai 2018 um 04:57 Uhr.

Darstellung: