Donald Trump | Bildquelle: AP

US-Präsident Trump wettert gegen Amazon

Stand: 29.03.2018 19:26 Uhr

Der US-Präsident nimmt das Versandportal Amazon ins Visier: Der Online-Riese zahle keine Steuern, verdränge Einzelhändler und bringe der US-Wirtschaft großen Schaden, twitterte er.

US-Präsident Donald Trump hat zu einem öffentlichen Rundumschlag gegen den Handelsriesen Amazon ausgeholt. "Sie zahlen wenig oder gar keine Steuern an Bundesstaaten und Kommunen und sie benutzen unser Postsystem als ihren Botenjungen", twitterte Trump.

Amazons Praktiken ließen den Vereinigten Staaten enorme wirtschaftliche Schäden entstehen. Viele Tausend Einzelhändler würden aus dem Geschäft gedrängt, so der Präsident.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I have stated my concerns with Amazon long before the Election. Unlike others, they pay little or no taxes to state & local governments, use our Postal System as their Delivery Boy (causing tremendous loss to the U.S.), and are putting many thousands of retailers out of business!

Nicht Trumps erste Amazon-Kritik

US-Medien werteten die Breitseite gegen Amazon auch als Teil einer persönlichen Fehde Trumps mit Konzernchef Jeff Bezos. Dieser ist auch Inhaber der Trump-kritischen Zeitung "Washington Post".

Trump hatte Amazon bereits im Wahlkampf wiederholt kritisiert und mit einer "Internetsteuer" gedroht. Die "Washington Post" sei lediglich ein Vehikel, mit deren Verlusten Bezos die Gewinne von Amazon klein halte, um Steuern zu sparen, hatte Trump im Dezember 2015 erklärt. Somit fungiere die Zeitung als "Steuerschlupfloch".

Im vergangenen Jahr stellte Trump die Frage: "Wird die Fake-News 'Washington Post' als Lobbyismus-Waffe gegen den Kongress benutzt, um die Politiker davon abzuhalten, sich das Steuer-Monopol von Amazon anzusehen?"

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Is Fake News Washington Post being used as a lobbyist weapon against Congress to keep Politicians from looking into Amazon no-tax monopoly?

"Gleiche Bedingungen für alle Wettbewerber"

Allein die Gerüchte über ein mögliches Vorgehen Trumps gegen Amazon hatten den Börsenwert des Online-Händlers am Mittwoch zeitweise um 53 Milliarden Dollar einbrechen lassen. Nach einer kurzen Erholung gingen die Amazon-Papiere heute erneut auf Talfahrt.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, hatte am Mittwoch erklärt, die Trump-Regierung erwäge hinsichtlich Amazon keinen politischen Kurswechsel. Allerdings strebe der Präsident an, gleiche Bedingungen für alle Wettbewerber zu schaffen.

Nach Expertenansicht haben Amazon und andere Online-Händler einen riesigen Einfluss auf den Einzelhandel in den USA. Studien gehen davon aus, dass in diesem Jahr 8000 Läden schließen müssen. Zuletzt hatte der Spielzeug- und Kinderausstattungs-Händler Toys R Us Insolvenz anmelden müssen und 800 Filialen geschlossen - Amazon ist ein direkter Wettbewerber.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. März 2018 um 20:00 Uhr.

Darstellung: