US-Präsident Trump besteigt das Präsidentenflugzeug "Air Force One". (19.02.2018) | Bildquelle: AFP

Neue Air Force One Trump hat sich mit Boeing geeinigt

Stand: 27.02.2018 18:21 Uhr

Donald Trump hat mit Flugzeugbauer Boeing einen Vertrag für den Neubau von zwei Präsidentenmaschinen geschlossen. Angeblich konnte der US-Präsident den Preis deutlich drücken. Experten haben Zweifel.

Donald Trump hat sich mit Boeing auf einen Deal für die neue Präsidentenmaschine Air Force One geeinigt. Der US-Präsident habe eine informelle Vereinbarung mit dem Flugzeugbauer geschlossen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses US-Medien zufolge in Washington. "Dank der Verhandlungen des Präsidenten wird der Steuerzahler durch den Vertrag mehr als 1,4 Milliarden Dollar sparen." Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, soll das Weiße Haus einen Kaufpreis von 3,9 Milliarden Dollar genannt haben.

"Ein guter Deal für die US-Bürger"

Von Boeing gab es bisher keine Bestätigung des Kaufpreises für die Entwicklung der beiden Flieger. Der Konzern teilte auf Anfrage lediglich mit, stolz zu sein, die neue Generation der Air Force One bauen zu dürfen. Präsident Trump habe einen "guten Deal für die US-Bürger ausgehandelt", hieß es in dem Statement weiter.

Trump hatte sich vor seiner Vereidigung über die nach seiner Meinung zu hohen Kosten für die Präsidentenmaschinen beschwert und damit gedroht, einen weiteren Auftrag zu stornieren. Boeing-Chef Dennis Muilenburg hatte ihm daraufhin zugesichert, die Maschinen günstiger anzubieten: "Wir werden es für weniger schaffen."

Die Air Force One | Bildquelle: AP
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Die Air Force One des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Rabatt-Aussagen nur "politisches Theater"

Luftfahrt-Experte Richard Aboulafia sieht die Aussagen zum Deal skeptisch und bezeichnete sie als "politisches Theater". "Es gibt keinerlei Beweise für einen Rabatt", so der Chef-Analyst des Marktforschungsunternehmens Teal Group. Zumal Boeing angesichts der vielen Sonderaussattungen der zwei Präsidentenmaschinen auch kaum Spielraum für einen Preisnachlass haben dürfte.

Die beiden baugleichen Präsidentenmaschinen vom Typ Boeing 747-8 werden so umgebaut, dass sie auch in Extremsituationen wie etwa bei einem Atomkrieg fliegen können. Außerdem werden sie mit zahlreichen Extras ausgestattet: Raketen-Abwehr- und Selbstverteidigungssysteme sowie eine Außentreppe, große Bordküchen und abhörsichere Kommunikationsräume sind nur einige der Zusatzausstattungen der Air Force One.

Vor rund einem Jahr hatte Trump sich bereits gerühmt, den Preis um mehr als eine Milliarde gesenkt zu haben und betont, er weigere sich, in einem 4,2 Milliarden Dollar teuren Flugzeug zu fliegen. Hintergründe und Details zu den Kosten bleiben jedoch unklar. Im letzten Budget des Pentagons vom 1. Februar waren rund 3,9 Milliarden Dollar veranschlagt worden. Es handelt sich aber um Projektionen, die sich noch ändern können.

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