Thyssen-Krupp

Stellenabbau im Industriekonzern ThyssenKrupp streicht 2500 Jobs

Stand: 11.07.2017 12:50 Uhr

ThyssenKrupp hat seinen Einkauf und die Produktion bereits optimiert - nun trifft es die Verwaltung. Dort will der Konzern 2500 Jobs streichen, die Hälfte davon in Deutschland.

Der Industriekonzern ThyssenKrupp will über einen Stellenabbau in der Verwaltung rund 400 Millionen Euro einsparen. Von den insgesamt 18.000 Verwaltungsstellen im Konzern sollen bis Ende des Geschäftsjahres 2019/2020 etwa 2000 bis 2500 Arbeitsplätze gestrichen werden, wie der Essener Konzern amitteilte.

Rund die Hälfte der Stellen soll in Deutschland abgebaut werden. "Wir werden alles daran setzen, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten", erklärte ThyssenKrupp.

Stahltag bei ThyssenKrupp in Duisburg | Bildquelle: dpa
galerie

ThyssenKrupp Mitarbeiter in Duisburg demonstrierten im Mai für mehr Sicherheit ihrer Arbeitsplätze.

Effizienzprogramm namens Impact

ThyssenKrupp hatte im Geschäftsjahr 2011/2012 mit seinem Effizienzprogramm "Impact" begonnen und zunächst den Einkauf gebündelt und die Produktion leistungsfähiger gemacht. So seien in den vergangenen Jahren die Kosten jährlich um 800 Millionen bis zu einer Milliarde Euro gesenkt worden, erklärte das Unternehmen.

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger nimmt den Mischkonzern mit seinen rund 159.000 Mitarbeitern aber weiterhin unter die Lupe - dazu gehört auch die Verwaltung.

"Im Ergebnis sind wir davon überzeugt, dass unsere Verwaltungskosten von 2,4 Milliarden Euro aktuell deutlich zu hoch sind", teilte ThyssenKrupp mit.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger | Bildquelle: picture alliance / dpa
galerie

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger trimmt den Industriekonzern auf Effizienz.

An der Börse steigt die Aktie

Die Aktie von ThyssenKrupp legte zeitweise um drei Prozent auf ein Sechs-Jahres-Hoch von 26,97 Euro zu.

Das Management wolle die Kostensenkungen vor der geplanten Fusion mit Tata Steel forcieren und auch während des voraussichtlich längeren Genehmigungsverfahrens der EU-Kommission nicht untätig sein, kommentieren die Stahlexperten vom Analysehaus Jefferies.

ThyssenKrupp verhandelt bereits seit dem vergangenen Jahr mit Tata über einen Zusammenschluss der Stahlgeschäfte. Zusammen würden die Unternehmen den zweitgrößten europäischen Stahlkocher nach ArcelorMittal schmieden.

Über dieses Thema berichteten am 11. Juli 2017 tagesschau24 um 14:00 Uhr und NDR Info um 12:41 Uhr.

Darstellung: