Stahlkocher bei Thyssenkrupp | Bildquelle: dpa

Wegen umstrittener Fusion ThyssenKrupp gibt Rekordgarantien ab

Stand: 22.12.2017 19:49 Uhr

Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2026: Darauf haben sich ThyssenKrupp und die IG Metall geeinigt. Hintergrund der Rekordgarantien ist eine geplante Fusion des Stahlunternehmens mit der Firma Tata. Die Mitarbeiter müssen der Einigung aber noch zustimmen.

Im Ringen um die Stahl-Fusion von ThyssenKrupp und Tata haben sich Konzernleitung und IG Metall auf eine langfristige Arbeitsplatz- und Standortgarantie geeinigt. Sofern die Zusammenlegung gelingt, sind betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bis Herbst 2026 ausgeschlossen, teilten die Gewerkschaft und ThyssenKrupp mit.

ThyssenKrupp will seine europäischen Stahlsparte mit der des Konkurrenten Tata Steel verschmelzen und so den zweitgrößten europäischen Stahlproduzenten nach ArcelorMittal schmieden. Die Gewerkschaft und die Beschäftigten stehen der Fusion in einem Joint Venture kritisch gegenüber, denn durch sie fallen 4000 Jobs weg, die Hälfte davon bei ThyssenKrupp. Die Arbeitnehmer befürchteten, dass dies lediglich ein Anfang sein könnte.

Diese Sorge soll der jetzt geschlossene Tarifvertrag nehmen. ThyssenKrupp und IG Metall zufolge wird die Vereinbarung ab dem für Ende 2018 erwarteten Vollzug der Fusion greifen und dann bis Ende September 2026 gelten, also für einen Zeitraum von acht Jahren. In dieser Zeit sind an ThyssenKrupp-Stahlstandorten betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen verboten.

Garantien für Stahlarbeiter
tagesthemen 21:55 Uhr, 22.12.2017, Michael Heussen, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Ein außergewöhnliches Verhandlungsergebnis"

Die IG Metall hatte ursprünglich eine Jobgarantie für zehn Jahre angestrebt und dieses Ziel auch mit Protestaktionen unterstrichen. Mit der nun erzielten Einigung zeigte sie sich trotzdem zufrieden. "Es ist ein außergewöhnliches Verhandlungsergebnis", erklärte Detlef Wenzel, der für die Gewerkschaft auch im Aufsichtsrat des ThyssenKrupp-Konzerns sitzt.

ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard nannte das Ergebnis einen "guten Abschluss" nach einem "schwierigen Verhandlungsprozess". Beide Seiten würden profitieren. Die Arbeitnehmer erhielten Sicherheit, das Unternehmen könne sich nun gemeinsam mit den Angestellten an die Ausgestaltung des Joint Ventures machen. Die Einigung schaffe eine "Balance".

ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard | Bildquelle: dpa
galerie

ThyssenKrupp-Personalvorstand Burkhard ist zufrieden mit dem Ergebnis.

Nach eigenen Angaben sichert ThyssenKrupp in dem Tarifvertrag zudem jährliche Investitionen von mindestens 400 Millionen Euro in seine Stahlstandorte zu, die ab 2018 in das Joint Venture eingebracht werden sollen.

Mitarbeiter stimmen im Januar ab

Burkhard sprach von einem "klaren und starken Bekenntnis" zum Stahlgeschäft. Der Konzern glaube an den Erfolg des neuen Gemeinschaftsprojekts. Er betonte zugleich, dass der bereits angekündigte Abbau von bis zu 2000 Jobs bei der Fusion sozialverträglich erfolgen werde - etwa dadurch, dass altersbedingt freiwerdende Stellen nicht neu besetzt werden. "Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen."

Die Annahme des Tarifvertrags für das geplante Joint Venture hängt noch an der Zustimmung der IG-Metall-Mitglieder. Sie sollen im Januar darüber abstimmen. Die Tarifkommission der Gewerkschaft empfahl bereits die Zustimmung. Die ersten Reaktionen auf die Einigung seien zudem positiv.

Kleine Ausnahmen

Die Garantie erfasst alle etwa 20 Unternehmensstandorte der Stahlsparte von ThyssenKrupp. Es gelten nur drei kleinere Ausnahmen für einzelne Abteilungen an den Standorten Bochum, Eichen und Hüttenheim. Diese Betriebsteile sollen Ende 2020 zunächst einer Wirtschaftlichtkeitsprüfung unterzogen werden.

In der Stahlsparte von ThyssenKrupp arbeiten 28.000 Menschen, mehr als 25.000 davon in Nordrhein-Westfalen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Dezember 2017 um 20:00 Uhr.

Darstellung: