Ein Ferrari Testarossa steht in einem Museum | Bildquelle: picture alliance / Uli Deck/dpa

Streit um Markennamen Ferrari verliert Testarossa-Rechte

Stand: 02.08.2017 16:57 Uhr

Prominente Fahrer wie Alain Delon machten den Ferrari Testarossa weltberühmt. Doch vor 21 Jahren endete die Produktion. Zuletzt nutzte Ferrari den Markennamen kaum noch und verliert ihn nun - an einen Hersteller von Rasierern und E-Bikes.

Der Sportwagenhersteller Ferrari verliert seine Rechte an der Marke Testarossa. Der Landgericht Düsseldorf entschied, dass der italienische Konzern der Löschung der deutschen und der internationalen Marke Testarossa zustimmen müsse. Damit ist der Weg frei für die Nutzung der Marke durch den Nürnberger Unternehmer Kurt Hesse, der den Modellnamen für Fahrräder, E-Bikes und Rasierer verwenden möchte.

Ferrari baute den Teastarossa in Italien von 1984 bis 1996. Der Sportwagen hatte bis zu 446 PS und zwölf Zylinder und erreichte damit eine Spitzengeschwindigkeit von 290 Kilometern pro Stunde. Das Auto erreichte bei Fans Kultstatus. Das lag nicht nur daran, dass Prominente wie der Schauspieler Alain Delon und der Musiker Elton John einen Testarossa fuhren. Ein Modell kam auch als Polizei-Dienstwagen in der Fernsehserie "Miami Vice" zum Einsatz und sorgte für einen enormen Werbeeffekt.

Ein Ferrari Testarossa steht in einem Museum | Bildquelle: picture alliance / Uli Deck/dpa
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Der Testarossa wurde nur wenige Jahre produziert, aber auch durch die Serie "Miami Vice weltberühmt".

Löschung der alten Markenrechte

Die Marke Testarossa hatte Ferrari seinerzeit sowohl beim Deutschen als auch beim Europäischen Markenamt eintragen lassen. Der Unternehmer Hesse, einst Eigentümer der Carrera-Rennbahn-Produktion, hatte nun aber geklagt und die Löschung der alten Markenrechte beantragt, um die Marke künftig selbst nutzen zu können.

Das Landgericht in Düsseldorf gab ihm Recht. Ferrari habe die Marke in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr ausreichend genutzt, begründete Gerichtssprecherin Miriam Reinartz die Entscheidung der Kammer. "Eine Marke muss genutzt werden, damit sie geschützt bleibt. Das hat das Unternehmen hier nicht getan." Ferrari hatte argumentiert, immerhin sei man nach wie vor mit Wartung, Reparatur und Aufbereitung der Testarossas beschäftigt. Damit nutze man die Marke tatsächlich. Doch das hatten die Richter nicht gelten lassen, weil das Unternehmen diese Dienstleistungen unter der Dachmarke Ferrari erbringe. Die Nutzung von Testarossa im Ersatzteilgeschäft habe einen zu geringen Umfang.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. August 2017 um 16:15 Uhr.

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