Ein Prototyp des Tesla 3 steht vor einer Fabrikhalle. | Bildquelle: REUTERS

Joint-Venture-Zwang China bremst Teslas Expansionspläne

Stand: 19.02.2018 10:48 Uhr

Die Pläne des US-Autokonzerns Tesla, in Shanghai eine Fabrik zu eröffnen, geraten ins Stocken. Chinas Regierung besteht offenbar auf der Beteiligung eines chinesischen Partners.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Rund sieben Monate ist es her: Der US-Elektroautokonzern Tesla verkündete stolz, dass man im chinesischen Shanghai eine Fabrik bauen wolle. Einzelheiten müssten noch geklärt werden, man sei in Verhandlungen mit der Shanghaier Stadtregierung. Seitdem hat man von offizieller Seite nichts mehr gehört, die Pläne geraten offenbar ins Stocken.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die chinesische Zentralregierung schuld daran sei. Die Staats- und Parteiführung in Peking bestehe darauf, dass Tesla für die Fabrik einen chinesischen Partner mit einbinden müsse. Dieser so genannte Joint-Venture-Zwang ist nichts Neues, auch alle anderen internationalen Konzerne müssen in China immer mit einem lokalen Partner zusammenarbeiten.

Tesla wollte Joint-Venture-Zwang vermeiden

Kritiker bemängeln das schon seit Langem: Denn nicht nur Gewinne fließen an die chinesische Seite ab, sondern auch die Technologie. Tesla wollte den Joint-Venture-Zwang vermeiden, worauf Chinas Führung offenbar keine Lust hat. Damit steckt der Elektroauto-Hersteller aus Kalifornien in einer Zwickmühle. Denn wer auf dem rasant wachsenden chinesischen E-Auto-Markt nicht mit eigenen Fabriken dabei ist, kann im Grunde einpacken.

Bisher werden Tesla-Autos, die in China verkauft werden, aus Amerika importiert. Käufer müssen deswegen eine 25-prozentige Extra-Steuer zahlen, das macht Tesla-Wagen finanziell unattraktiv. Denn die viel günstigeren chinesischen Hersteller holen auf, was Qualität und Design angeht.

Chinas Regierung bremst Teslas Expansionspläne
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
19.02.2018 10:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Februar 2018 um 06:35 Uhr.

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