Eine Möwe fliegt über der Nordsee. | Bildquelle: dpa

Seekabel zwischen Deutschland und Norwegen "NordLink" für Wind und Wasser

Stand: 10.02.2015 14:56 Uhr

Norwegische Wasserkraft gegen deutsche Windkraft: Über ein 620 Kilometer langes Kabel quer durch die Nordsee wollen beide Länder überschüssigen Strom austauschen. Ziel ist es, die Versorgung zu sichern. Womöglich sinkt gar der Strompreis.

Von Christoph Heinzle, ARD-Hörfunkstudio Stockholm

Im norwegischen Haugsund haben die Beteiligten ihre Unterschriften unter den Kooperationsvertrag für das "NordLink-Kabel" gesetzt: der deutsch-niederländische Netzbetreiber Tennet, die deutsche Staatsbank KfW und der norwegische Partner Stattnett.

Bis 2020 soll nun eine mehr als 620 Kilometer lange Kabelverbindung entstehen, zwischen dem schleswig-holsteinischen Wilster und dem südnorwegischen Tonstad, größtenteils auf dem Meeresboden verlegt.

"Eine perfekte Balance"

Das Kabel mit einer maximalen Übertragungskapazität von 1400 Megawatt verkoppelt beide Strommärkte. Deutschland kann dann überschüssige Windenergie nach Norwegen leiten und dort verkaufen oder in Wasserreservoirs zwischenspeichern. Norwegen kann im Gegenzug überschüssigen Strom aus Wasserkraftwerken ins deutsche Netz einspeisen.

Das diene der Versorgungssicherheit, erklärte Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman in einem Video-Statement der Firma: "Aus meiner Perspektive ist "NordLink" die ideale Verbindung zwischen zwei Ländern, aber eigentlich die ideale Verbindung zwischen Wind- und Sonnenstrom und in Norwegen Wasserstrom. Und für grüne Energie, die man nicht immer steuern kann, ist damit eine perfekte Balance entstanden."

Besserer Ausgleich von Angebot und Nachfrage

Als positiver Effekt für die Verbraucher beider Länder sinken laut Tennet die Strompreise - weil in Spitzenzeiten Nachfrage und Angebot besser ausgeglichen werden könnten.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bezeichnete den Startschuss für das "NordLink"-Kabel als "wichtige Etappe der Energiewende". Die EU hatte das Vorhaben als "Projekt von gemeinsamem Interesse" definiert. Die zuständigen Behörden in Deutschland und Norwegen genehmigten "NordLink" im vergangenen Oktober.

Darstellung: