Hintergrund

Streik: Eine Anzeigetafel am Flughafen in Frankfurt am Main zeigt die Verspätungen und Flugausfälle an. (Bildquelle: AP)

Rechte von Flugpassagieren Streik am Flughafen - und was nun?

Stand: 26.03.2014 15:22 Uhr

Der Streik bei der Lufthansa dürfte für viele Reisende erheblichen Ärger bedeuten. Wer stundenlang am Terminal sitzt und wartet, sollte seine Rechte kennen. Betroffene Passagiere haben ab einer bestimmten Wartezeit Anspruch auf Betreuung durch die Fluggesellschaft, Entschädigung gibt es bei Streiks aber nicht.

Informationen

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch die Flughäfen bieten auf ihren Internetseiten ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten.

Die Lufthansa empfiehlt allen Reisenden, sich frühzeitig vor Reiseantritt auf www.lufthansa.com unter "Aktuelle Fluginformationen" und unter "Meine Buchungen" über den Status ihres Fluges zu informieren. telefonisch ist das Service-Center unter +49 (0) 69 86 799 799 zu erreichen.

Frankfurts Flughafenbetreiber Fraport bietet zu den Warnstreiks die (gebührenpflichtige) Nummer: 0 18 06-3 72 46 36 an und auch über die „Frankfurt Airport App“. Auf www.frankfurt-airport.de erhalten Sie ebenfalls Hinweise zum aktuellen Status des Flugbetriebs.

Stornierung oder Umbuchung

Einen wegen Streiks gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen könnte. Die alleinige Ankündigung eines Streiks reicht aber nicht aus, um bereits im Vorhinein von der Reise zurückzutreten.

Verspätung

Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern Strecke nach vier Stunden. Ab einer Wartezeit von fünf Stunden können Passagiere eine Erstattung des Flugpreises verlangen. Den Airlines steht aber frei, sich vorher mit den Passagieren darauf zu verständigen, zum Beispiel einen Flug von Frankfurt nach Berlin in eine Zugfahrt umzuwandeln.

Pünktlichkeit

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugszeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und der Reisende ihn dann verpasst.

Entschädigung

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein "außergewöhnlicher" Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand - und zahlen eine Entschädigung dann nicht.

Der Bundesgerichtshof bestätigte diese Auffassung im August 2012: Bei Flugausfällen wegen eines Pilotenstreiks haben Passagiere demnach grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Ein Streik der eigenen Piloten sei für eine Fluggesellschaft in der Regel ein "unabwendbares Ereignis", das keine Zahlungspflicht auslöse.

Ist ein annullierter Flug jedoch Teil einer Pauschalreise, kann der Passagier Rechte gegenüber dem jeweiligen Reiseveranstalter geltend machen. Verkürzt sich die Reise durch einen späteren Hinflug, kann der Reisende eine anteilige Erstattung des bezahlten Preises für versäumte Urlaubstage beanspruchen. Bei dem geplanten Streikzeitraum dürfte es sich aber um geringe Beträge handeln, weil die Streikopfer kaum länger als eine Nacht am Flughafen festsitzen dürften.

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