Die Heckflosse eines startbereiten Lufthansa-Airbus A380 vor einer landenden Boeing 747-400 | Bildquelle: dpa

Tarifstreik bei Lufthansa Neues Angebot - neuer Gegenwind

Stand: 30.11.2016 14:51 Uhr

Im Tarifstreit mit den Piloten hat die Lufthansa ein neues Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft reagierte zunächst verhalten. Für ihren radikalen Kurs bekommen die Piloten allerdings mittlerweile Gegenwind von Teilen der übrigen Belegschaft zu spüren.

Im zermürbenden Streit mit den Piloten will die Lufthansa die Gewerkschaft mit einem neuen Angebot zurück an den Verhandlungstisch holen: Die Airline bietet eine Erhöhung der Bezüge in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent und eine zusätzliche Einmalzahlung an. Man wolle dringend weiteren Schaden vom Unternehmen abwenden, so das Unternehmen.

Das Angebot wurde der Gewerkschaft bereits gestern Abend unterbreitet. Im einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Dieses Angebot sei nicht an weitere Bedingungen geknüpft, so der Konzern.

Tarifstreit bei Lufthansa spaltet Belegschaft
tagesthemen 22:45 Uhr , 30.11.2016, Uli Meerkamm, HR

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Jetzt auch bitte Schlichtung

Die Lufthansa gehe damit auf eine zentrale Forderung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ein, hieß es, von Seiten des Konzerns. Die Gewerkschaft habe gegenüber Medien wiederholt erklärt, auf Basis eines solchen Angebotes zu einer Schlichtung bereit zu sein. Lufthansa stehe ab sofort zur Verfügung, um auf Basis dieses Angebotes gemeinsam mit der VC eine Schlichtung des Vergütungstarifvertrages vorzubereiten.

Die Piloten reagierten zunächst verhalten auf das neue Angebot. Auf den ersten Blick seien noch Fragen offen, sagte ein Sprecher der VC. Zunächst müsse der Vorschlag genauer geprüft werden. "Wir wissen noch nicht einmal, ob wir es als Angebot werten können".

Am Donnerstag fast alles nach Plan

Die Piloten setzten heute ihre Streiks fort. Die Lufthansa strich wegen der Ausstände 890 Flüge, davon waren rund 98.000 Passagiere betroffen. Am Donnerstag will die Airline wieder nahezu nach Plan fliegen. Nach vorangegangenen Streiks werde es nur noch zu vereinzelten Flugstreichungen kommen. Rund 40 Flüge werden demnach ausfallen.

Seit vergangenen Mittwoch hatten die Piloten an insgesamt sechs Tagen die Arbeit niedergelegt. Lufthansa musste daraufhin rund 4450 Flüge mit 525.000 Fluggästen streichen.

Am Frankfurter Flughafen demonstriert Bodenpersonal gegen den Kurs der Piloten. | Bildquelle: dpa
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Am Frankfurter Flughafen demonstriert Bodenpersonal gegen den Kurs der Piloten. Im zugespitzten Arbeitskampf kommt es mittlerweile zu einem öffentlichen Kräftemessen zwischen der VC und Teilen der übrigen Belegschaft.

Im Konzern formiert sich Widerstand

Mittlerweile formiert sich innerhalb der Lufthansa Widerstand zu dem Kurs der Piloten. Vor der Konzernzentrale am Frankfurter Flughafen demonstrierten zeitweise bis zu 400 Beschäftigte gegen die Streiks. Ohne Rückendeckung der Gewerkschaften hatte der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals zu der Kundgebung aufgerufen. Er forderte ein schnelles Ende des "zerstörerischen Streits" und verlangte von der VC, in eine Schlichtung einzuwilligen.

"Was immer die Piloten herausholen, muss am Ende des Tages an anderen Stellen im Unternehmen gegenfinanziert werden", sagte das Mitglied des Lufthansa-Betriebsrates Frankfurt Boden, Ruediger Fell, der Nachrichtenagentur dpa. Bei Lufthansa gebe es eine schweigende Mehrheit, die von den Streiks die Nase voll habe. Zeitgleich demonstrierten auch etwa 400 Piloten am Flughafen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. November 2016 um 14:00 Uhr.

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