Flugzeuge der Lufthansa auf dem Münchner Flughafen | Bildquelle: AFP

Vor Pilotenstreik Lufthansa scheitert mit Klage

Stand: 28.11.2016 22:04 Uhr

Die Lufthansa ist mit dem Versuch gescheitert, den nächsten Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit gerichtlich zu stoppen. Das Arbeitsgericht München lehnte einen entsprechenden Eilantrag des Unternehmens ab. 1700 Flüge entfallen.

Das Arbeitsgericht München hat den Antrag der Lufthansa auf eine einstweilige Verfügung gegen den aktuellen Streik der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) abgelehnt. Die für Dienstag und Mittwoch geplanten Streikmaßnahmen seien "nicht offensichtlich rechtswidrig", teilte das Gericht mit. Der von der Fluggesellschaft angeführte Verstoß gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz liege nicht vor.

Das Unternehmen wollte gerichtlich erwirken, dass der angekündigte Piloten-Streik untersagt wird. Eine Beschwerde vor der Berufungsinstanz zogen die Rechtsvertreter des Konzerns am Abend nach gut einstündiger Verhandlung zurück. Damit dürfen die Lufthansa-Piloten ab Mitternacht erneut streiken. Der Ausstand soll zwei Tage dauern.

Bereits am vergangenen Dienstag hatte die Lufthansa versucht, die Streiks gerichtlich zu stoppen. Sie scheiterte aber vor zwei Arbeitsgerichten in Frankfurt.

1700 Flüge für Dienstag und Mittwoch abgesagt

Am Dienstag soll von 0.01 Uhr bis 23.59 Uhr die Kurzstrecke bestreikt werden, am Mittwoch ganztägig die Kurz- und Langstrecke. VC begründete die Ankündigung damit, dass ein kurzfristig anberaumtes Spitzengespräch "kein Ergebnis gebracht" habe.

Es seien jeweils alle Flugverbindungen betroffen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen. Insgesamt soll es sich um 1700 Flüge handeln. 180.000 Passagiere sind demnach betroffen. Am Dienstag würden 816 Verbindungen vor allem auf der Kurz- und Mittelstrecke gestrichen. Am Mittwoch fielen zudem 890 Verbindungen auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke aus.

Die Piloten hatten bereits von Mittwoch bis Samstag gestreikt. Tausende Flüge fielen aus, Hunderttausende Passagiere waren betroffen.

Ein Lösung des Tarifstreits? Nicht in Sicht

Wie eine Lösung des festgefahrenen Streits zwischen Piloten und Unternehmen aussehen könnte, ist offen. Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens rief die VC zu neuen Gesprächen auf. Die Piloten der Fluggesellschaft warten hingegen auf ein - aus ihrer Sicht - "verhandlungsfähiges Angebot". Am Freitag hatte Lufthansa ein bereits zwei Monate altes Angebot wieder aufgelegt - die Piloten lehnten das erneut ab und sprachen von einem PR-Schachzug des Konzerns.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. November 2016 um 18:00 Uhr.

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