Mars | Bildquelle: REUTERS

Hersteller weitet Rückruf auf 55 Länder aus Mars schiebt den Riegel vor

Stand: 23.02.2016 17:03 Uhr

Der Süßwaren-Hersteller Mars hat den Rückruf von Schokoriegeln ausgeweitet. Die Aktion habe Auswirkungen in 55 Ländern, sagte ein Unternehmenssprecher in den Niederlanden. Eine Kundin hatte Plastikteilchen in einem Schokoriegel gefunden.

Die Rückrufaktion des Süßwaren-Herstellers Mars wird immer größer. Ein Unternehmenssprecher in den Niederlanden sagte, der Konzern hole Produkte in 55 Ländern zurück. Der Grund: Eine Verbraucherin hatte in einem Schokoriegel Kunststoffteilchen gefunden.

Mars warnt vor dem Verzehr von Süßigkeiten der Marken Mars und Snickers sowie von einigen Produkten der Marken Milky Way und Celebrations. Betroffen sind Waren mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 19. Juni 2016 bis 8. Januar 2017.

alt Schokoriegel | Bildquelle: AFP

Mars - ein familiengeführtes Unternehmen

Das familiengeführte Unternehmen Mars wurde 1911 von Frank C. Mars im US-Bundesstaat Virginia gegründet. Er baute zunächst eine "Candy Factory" auf und experimentierte mit Schokolade und Bonbons. 1923 gelang der Durchbruch: Zusammen mit seinem Sohn erfand er einen handlichen, cremig gefüllten Riegel. In Deutschland brachte Mars sein Produkt 1961 auf den Markt und revolutionierte damit den Süßwarenmarkt.

In einem Ranking der "Lebensmittel-Zeitung" vom Dezember 2015 ist Mars der zweitgrößte Süßwarenhersteller der Welt mit einem geschätzten Jahresumsatz von 18,5 Milliarden US-Dollar. Weltweit beschäftigt Mars nach eigenen Angaben etwa 75.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen unterhält Fabriken in 74 Ländern. Neben Schokoriegeln und anderen Lebensmitteln produziert der Konzern auch Tierfutter wie Pedigree oder Whiskas.

Es sei bewusst ein sehr langer Produktionszeitraum gewählt worden, um sicherzustellen, dass alle möglicherweise betroffenen Produkte auch zurückgeholt werden. Wie das Kunststoffteilchen in den Riegel gelangen konnte, wird zurzeit untersucht.

"Eine Erstickungsgefahr sei nicht auszuschließen"

Mars will mit dem Rückruf verhindern, dass Verbraucher eines der genannten Produkte konsumieren. Eine Erstickungsgefahr durch ein Kunststoffteilchen sei nicht auszuschließen, so ein Firmensprecher. Eine Verbraucherin in Deutschland habe sich beschwert, danach sei der "freiwillige Rückruf" eingeleitet worden. Das Kunststoffteil war nach Angaben des Unternehmens einen halben Zentimeter groß.

Ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Nordrhein-Westfalen betonte, Mars habe zwar nicht auf Anordnung der Behörden gehandelt, sei aber gesetzlich zum Rückruf des belasteten Produkts verpflichtet gewesen. Das Ministerium will den ganzen Vorgang nun prüfen.

Mars Chocolate in Deutschland, eine Tochter des US-Unternehmens Mars Incorporated, stellt nach eigenen Angaben am Standort Viersen in Nordrhein-Westfalen täglich rund zehn Millionen Snacks her.

Süßwarenhersteller Mars ruft mehrere Millionen Schokoriegel zurück
ARD-Morgenmagazin, 24.02.2016, Jan Koch, WDR

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Schokoriegel wurde in den Niederlanden hergestellt

Die betroffenen Schokoriegel wurden nach Angaben von Mars in den Niederlanden hergestellt. Auf der Internetseite des Unternehmens sind auch alle betroffenen Produkte samt Mindesthaltbarkeitsdatum aufgelistet. Allerdings ist die Seite wegen Überlastung nicht ständig erreichbar.

Kunden sollen Ersatz bekommen

Produkte wie Balisto oder Twix seien nicht von dem Rückruf betroffen. Verbraucher, die eines der betroffenen Produkte gekauft haben, sollen sich per Telefon (02162-500-2150) oder Kontaktformular auf www.mars.de an das Unternehmen wenden. Sie erhalten Ersatz.

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