Briefträger auf dem Fahrrad | Bildquelle: dpa

Deutsche Post Entfristung nur bei guter Gesundheit

Stand: 06.05.2018 13:19 Uhr

Wer bei der Post arbeitet und in den ersten zwei Jahren mehr als 20 Tage wegen Krankheit fehlt, hat keine Aussicht auf eine Entfristung seiner Arbeitsstelle. Politiker sind entsetzt - die Post verteidigt jedoch ihr Vorgehen.

Die Deutsche Post macht die Entfristung von Arbeitsverträgen auch von den Krankheitstagen eines Mitarbeiters abhängig. So haben Niederlassungsleiter von der Konzernspitze ein sogenanntes Entfristungskonzept erhalten, an das sie sich halten sollen. Darin heißt es demnach, dass Mitarbeiter in zwei Jahren nicht häufiger als sechsmal krank gewesen sein dürfen, beziehungsweise nicht mehr als 20 Krankheitstage angehäuft haben sollen. Zunächst hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

Kritik an der Personalpolitik der Post
tagesschau 20:00 Uhr, 06.05.2018, Philipp Wundersee, ARD Köln

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"Das halte ich nicht für verwerflich"

Gegenüber dem WDR erklärte Dirk Klasen, Sprecher der Post: "Dass wir für unsere Niederlassungen eine Orientierung geben, nach welchen Kriterien man Kollegen bewerten kann, ob sie auf Dauer dafür geeignet sind, halte ich nicht für verwerflich."

Weiter schreibt das Konzept der Post vor, dass ein Mitarbeiter höchstens zwei selbstverschuldete Kfz-Unfälle mit einem maximalen Schaden von 5000 Euro verursachen darf. Zudem dürfen Postboten in drei Monaten nicht mehr als 30 Stunden länger für ihre Touren gebraucht haben als vorgesehen.

Post verteidigt Konzept

Der Konzern sprach gegenüber der BamS von einer "verantwortungsbewussten" Entfristungspolitik: "Die Kriterien berücksichtigen ausgewogen, nachvollziehbar und an objektiven Merkmalen orientiert die Interessen des Unternehmens, der Kunden und natürlich der Beschäftigten selbst und bewegen sich im Übrigen im geltenden rechtlichen Rahmen." Innerhalb des letzten Jahres habe die Post rund 9000 befristete Arbeitsverhältnisse in unbefristete überführt. Wie viele Mitarbeiter insgesamt befristete Verträge haben, wollte der Konzern auf Anfrage der BamS nicht mitteilen.

Post-Sprecher Klasen versicherte dem WDR jedoch, dass mehr als 20 Krankheitstage nicht automatisch eine Entfristung verhindern würden: "Unsere Kollegen, die in den Niederlassungen über Entfristungen befinden, haben große Erfahrung damit, Mitarbeiter einzuschätzen. Insofern schauen wir uns hier auch jeden Einzelfall an."

Kritik von Politikern und Gewerkschaften

"Diese Kriterien sind völlig menschenverachtend und sittenwidrig, und das bei einem Unternehmen, an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt ist", sagte Beate Müller-Gemmeke, Grünen-Sprecherin für Arbeitnehmerrechte. Der Unionspolitiker Peter Weiß, arbeitsmarktpolitischer Sprecher und Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der Union, kritisierte: "So ein Kriterienkatalog, wie er vorliegt, ist ein Quatsch und der Personalabteilung eines Großunternehmens unwürdig."

Die Gewerkschaft ver.di kritisierte außerdem, Krankheiten könnten auch durch die anstrengende Arbeit der Zusteller überhaupt erst entstehen. Zudem müsse die übliche sechsmonatige Probezeit ausreichen, um zu beurteilen, ob jemand der Arbeit gewachsen ist.

Mit Informationen von Jörg Sauerwein, WDR

Post macht Entfristung von Arbeitsverträgen von Krankheitstagen abhängig
Jörg Sauerwein, WDR
06.05.2018 13:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Mai 2018 um 09:00 Uhr.

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