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Beim Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im amerikanischen Pittsburgh haben sich die Staats- und Regierungschefs im Grundsatz auf eine Begrenzung der Boni für Manager geeinigt. Für die Vergütung von Bankern würden künftig gemeinsame Maßstäbe entwickelt, sagte Bundeskanzlerin Merkel. Die Beratungen seien "auf einem erfolgreichen Weg". US-Finanzminister Timothy Geithner sagte, jedes Land solle bis zum Jahresende eigene Regeln für die Entlohnung der Banker aufstellen. Die Beschlüsse sollten von einem internationalen Gremium überwacht werden.
[Bildunterschrift: "Wir müssen handeln, bevor die Erinnerung an die Krise verblasst", sagte US-Finanzminister Geithner. ]
Nach Angaben aus der deutschen Delegation soll es in Zukunft keine garantierten Boni mehr geben. Prämien müssten an Gewinn oder Umsatz gekoppelt sein. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte, im Abschlussdokument würden sich "sechs Punkte wiederfinden, die sich mit dem Thema Boni befassen. Das haben wir so konkret bisher nicht gehabt." In jedem Land werde es eine Mischung aus "Vorschriften, Gesetzen und beratenden Maßnahmen" geben, um den Richtlinien Gewicht zu verleihen, sagte der Minister.
Auch bei der Frage, wie viel Eigenkapital Banken einlagern müssen, gibt es nach Diplomatenangaben Bewegung. Die USA wollten sich bis 2011 dem so genannten Basel-II-Abkommen anschließen, das Richtlinien für schärfere Eigenkapital-Vorgaben vorsieht. In Deutschland und anderen europäischen Ländern gilt Basel II seit Anfang 2007. Im Kern geht es darum, dass sich die Summe an eigenen Mitteln, die Banken zur Abfederung ausgefallener Kredite vorhalten müssen, stärker an der Zahlungskraft vor allem ihrer Unternehmenskunden orientiert. Ist eine Firma besonders solide und kreditwürdig, muss sie auch weniger Zinsen zahlen.
Die Begrenzung der Bonuszahlungen ist eines der Hauptanliegen der Bundesregierung. Die USA und Großbritannien standen Einschränkungen in diesem Bereich bisher skeptisch gegenüber. Und auch in einem weiteren Punkt scheinen sich die G20-Staaten auf der Linie der Bundesregierung zu bewegen: Die G20 würden künftig ein permanentes Forum der globalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit und damit die G8 ablösen, hieß es aus Kreisen der US-Delegation. Präsident Barack Obama wolle die entsprechende Initiative heute bekannt geben. Das Weiße Haus teilte mit, die sieben führenden Industrienationen und Russland würdne sich weiterhin treffen. Die historische Funktion eines Aufsichtsrats der Weltwirtschaft werde aber künftig von der repräsentativeren G20 wahrgenommen.
[Bildunterschrift: Michelle und Barack Obama luden am ersten Gipfelabend zum gemeinsamen Abendessen. ]
Das Gipfeltreffen hatte gestern mit einem gemeinsamen Abendessen in Pittsburgh begonnen. Für heute sind mehrere Arbeitssitzungen geplant. Im Mittelpunkt des Treffens stehen neben der Begrenzung von Manager-Boni auch strengere Eigenkapitalvorschriften für Banken sowie eine Strategie zum Ausstieg aus den Konjunkturhilfen. Im Entwurf für das Abschlusskommuniqué heißt es dazu, solange eine beständige Erholung der Weltwirtschaft nicht gesichert sei, solle eine voreilige Rücknahme der staatlichen Konjunkturprogramme vermieden werden.
Der Gipfel-Auftakt war überschattet von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Pfefferspray, Rauchgeschosse und Gummimunition gegen rund 1000 Gipfelgegner ein, die Straßenblockaden errichtet hatten und Steine warfen. Mehrere Menschen wurden festgenommen.
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