Giorgos Papandreou

Sorge in Athen wegen Schuldenkrise Papandreou sagt überraschend USA-Reise ab

Stand: 17.09.2011 18:41 Uhr

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat seine geplante Reise in die USA abgesagt. Grund sei die Schwere der Schuldenkrise seines Landes, teilte sein Büro in Athen mit. Die kommende Woche sei "sehr kritisch für die Umsetzung der Beschlüsse" des Gipfeltreffens der EU im Juli, hieß es weiter.

Der Regierungschef war bereits auf dem Weg nach New York in Richtung London aufgebrochen, habe sich aber nach Beratungen mit seinem Finanzminister Evangelos Venizelos zu einer Rückkehr in die Heimat entschieden. Das berichteten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf Regierungskreise.

Papandreou sollte in New York an der UN-Vollversammlung teilnehmen und anschließend dem jährlichen Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) beiwohnen. Dabei sollte er mit IWF-Direktorin Christine Lagarde und US-Finanzminister Timothy Geithner zusammenkommen. Der Regierungschef hatte geplant, Lagarde zu versichern, dass Griechenland die nötigen Reformen und Sparmaßnahmen in die Wege leiten werde.

"Troika"-Treffen erneut verschoben

Zuvor war die eigentlich für Montag erwartete Ankunft der Experten von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) in Athen ein zweites Mal aufgeschoben worden. Stattdessen solle es lediglich eine Telefonkonferenz des griechischen Finanzministers Venizelos mit den Chefs der "Troika" geben, hieß es aus dem Finanzministerium.

Griechische Medien berichteten, die Regierung mache sich nun große Sorgen um die nächste Tranche der Finanzhilfe. Finanzminister Venizelos habe ein "äußerst negatives Klima" beim jüngsten Finanzministertreffen der EU in Breslau festgestellt. Nur, wenn die "Troika" grünes Licht gibt, wird Griechenland die nächste Tranche seiner dringend benötigten Finanzhilfe bekommen. Griechenland hat nach offiziellen Angaben noch Geld bis Oktober. Kommt die Hilfe nicht, ist das Land zahlungsunfähig.

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