Champagner | Bildquelle: dpa

Studie zur sozialen Ungleichheit 62 Menschen - so reich wie die halbe Welt

Stand: 18.01.2016 09:15 Uhr

Die Kluft zwischen Arm und Reich nimmt rapide zu. Einer Studie der Hilfsorganisation Oxfam zufolge ist das Vermögen der Superreichen in den vergangenen Jahren um 44 Prozent gestiegen - während der Besitz der armen Weltbevölkerung um 41 Prozent zurückging.

Oligarchen, Ölscheichs oder Milliardenerben: Die 62 reichsten Menschen der Erde besitzen laut einer Studie der internationalen Hilfsorganisation Oxfam mittlerweile "genauso viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung". Vor einem Jahr habe dies noch dem Vermögen der 80 Reichsten entsprochen.

Fast überall nehme die soziale Ungleichheit dramatisch zu, beklagte Oxfam in einer nun veröffentlichten Untersuchung. Zu den Ursachen gehören nach Ansicht der Autoren eine völlig unzureichende Besteuerung großer Vermögen und Kapitalgewinne sowie die anhaltende Verschiebung von Profiten in Steueroasen.

Jörn Kalinski, Hilfsorganisation Oxfam, plädiert für mehr Steuergerechtigkeit in Deutschland
tagesschau24 11:30 Uhr, 18.01.2016

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Vermögen der Superreichen wächst rapide

"Das oberste Prozent der Weltbevölkerung verfügt über mehr Vermögen als der Rest der Welt zusammen", heißt es unter Bezug auf Analysen des "Wealth Reports 2015" der Schweizer Großbank Credit Suisse. Mit anderen Worten: Die rund 70 Millionen reichsten Menschen auf der Welt besitzen demnach mehr als die übrigen rund sieben Milliarden Menschen auf der Erde.

Das Vermögen der 62 Reichsten - unter ihnen 53 Männer - sei allein in den vergangenen fünf Jahren um 44 Prozent auf 1,76 Billionen US-Dollar gewachsen. Zugleich habe sich das Gesamtvermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung um rund eine Billion Dollar verringert. Das ist ein Rückgang um 41 Prozent - obwohl im selben Zeitraum die Weltbevölkerung um 400 Millionen Menschen gewachsen sei.

Start des Weltwirtschaftsforums in Davos

Oxfam legt seinen Bericht zur sozialen Entwicklung stets zum Start der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums vor. Dazu kommen vom 20. bis zum 23. Januar im Schweizer Alpenkurort Davos wieder rund 2500 Spitzenpolitiker, Konzernchefs und Wissenschaftler zusammen. Deutschland wird durch Bundespräsident Joachim Gauck sowie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und weitere Kabinettsmitglieder vertreten sein.

Eine Frau mit Sonnenbrille läuft vorbei an einem Bettler in der Brienner Straße in der Münchner Innenstadt. | Bildquelle: picture alliance / Markus C. Hur
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Soziale Ungleichheit: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer

Steueroasen abschaffen, Reiche mehr besteuern

Oxfam appellierte mit der Studie "An Economy for the 1%" an die in Davos erwarteten Regierungsvertreter und Topmanager aus mehr als 100 Ländern, ihren Einfluss dafür zu nutzen, dass die Schere zwischen Arm und Reich kleiner und nicht immer größer werde. "Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind", sagte Tobias Hauschild, der bei Oxfam Deutschland für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten zuständig ist. Der Kampf gegen Armut und Krankheiten werde dadurch erschwert. "Nötig ist ein Wirtschafts- und Finanzsystem, vom dem alle profitieren."

Dazu gehört laut der Oxfam-Studie, dass "Konzerne sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen". Neun von zehn Großkonzernen hätten Niederlassungen in mindestens einer Steueroase. Gewinne sollten allein dort versteuert werden, wo sie erwirtschaftet werden, fordert Oxfam. Zudem müssten Staaten einen "ruinösen Wettlauf um die niedrigsten Steuersätze" beenden und sämtliche Steueranreize transparent machen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Januar 2016 um 11:30 Uhr.

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