Erdölförderung | Bildquelle: dpa

Entscheidung zu Öl-Fördermengen vertagt Die OPEC lässt es laufen

Stand: 04.12.2015 20:15 Uhr

Der Ölpreis befindet sich im Dauertief. Für die Verbraucher ist das erfreulich, für die Produzenten aber kritisch - vor allem, wenn sie stark vom Öl abhängen. Doch die OPEC-Staaten können sich nicht auf eine geringere Produktion verständigen.

Von Karla Engelhard, ARD-Hörfunkstudio Wien

Die Förderquote für Öl beibehalten, erhöhen oder senken - all diese Vorschläge lagen in Wien auf dem Tisch. Länger als geplant diskutierten die OPEC-Länder, und am Ende erklärte der OPEC-Generalssekretär Abdalla Salem El Badri, dass sie sich nicht auf Zahlen festlegen konnten und die Entscheidung auf das kommende Treffen im Sommer verschieben.

Von Journalisten förmlich bedrängt mit der Frage, ob die OPEC nun ihre Macht verloren hatte, schob der Generalsekretär nach, die Organisation sei mächtiger als je zuvor, die Effekte in der OPEC-Politik seien auf dem Weltmarkt zu sehen.

Opec-Konferenz in Wien | Bildquelle: dpa
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Die Konferenz der OPEC-Staaten endet ohne Ergebnis.

Preise im freien Fall

Die Ölpreise haben sich seit Sommer 2014 mehr als halbiert. Die OPEC hatte sich bei vergangenen Treffen 30 Millionen Barrel (Fass zu je 159 Liter) als Förderziel gesetzt. Jüngst hatte das Ölkartell jedoch sogar 32 Millionen Fass pro Tag gefördert und damit zu einem erheblichen Überangebot auf dem Weltmarkt gesorgt.

Solange es keine neuen Fördergrenzen gibt, gelten die alten. Nach der verschobenen Entscheidung fallen die ohnehin niedrigen Ölpreise weiter, Gewinner sind die Verbraucher, wie Autofahrer oder Heizölkunden. Der Preis für einen Liter Diesel liegt derzeit nur knapp über einem Euro. Auch der Preis für Heizöl ist aktuell auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren.

Auch Industrieländer können Öl billig wie nie importieren. Schwellenland China bunkert Rohöl zum Tiefpreis auf Rekordniveau und will seine strategischen Ölreserven verdoppeln.

Opec verschiebt Entscheidung über Förderquote
K. Engelhard ARD Wien
05.12.2015 03:57 Uhr

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Manchen Staaten droht die Pleite

Verlierer sind die Produzentenländer. Bei Preisen zwischen 40 und 50  Dollar pro Fass ist die Ölförderung wenig rentabel. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten haben genügend Reserven, um die Tiefpreise zu verkraften. Staaten wie Venezuela und Algerien, deren Haushalte extrem von den Öleinnahmen abhängig sind, drohen enorme Probleme, bis hin zur Staatspleite.

Auch Nicht-OPEC-Förderländern wie Kanada und Russland setzt der Tiefpreis zu. Durch den niedrigen Ölpreis wurde bereits die kostenintensive amerikanische Schieferölindustrie ausgebremst und Saudi-Arabien konnte seine zuvor gefallenen Ölexporte in die USA wieder ausbauen - dank der aggressiven OPEC-Tiefpreispolitik.

Das ausreichend und billig angebotene Öl bremst jedoch zunehmend die Entwicklung und den Einsatz von alternativen Energien weltweit. Damit gehört das Klima auch zu den Verlierern der niedrigen Ölpreise.

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