Erdölförderung | Bildquelle: dpa

Kürzung der Fördermenge OPEC schraubt am Ölhahn

Stand: 30.11.2016 17:44 Uhr

Öl ist in den vergangenen Jahren immer billiger geworden, nun steuert die OPEC gegen: Die Organisation erdölexportierender Länder will die Fördermenge reduzieren, damit die Preise anziehen. Damit könnte auch Heizöl und Benzin teurer werden.

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) kürzt erstmals seit dem Jahr 2008 wieder ihre Ölproduktion. Das Ölkartell will in den kommenden sechs Monaten 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. "Wir haben heute einen großen Erfolg beschlossen", sagte der Ölminister aus Katar, Mohammed Bin Saleh Al-Sada. Die Umsetzung des Deals soll am 1. Januar 2017 beginnen.

OPEC will Ölfördermenge drosseln
tagesschau 20:00 Uhr, 30.11.2016, Till Rüger, ARD Wien

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Benzin und Heizöl könnte teurer werden

Das dürfte einen Anstieg der Benzin- und Heizölpreise nach sich ziehen. Auf den Märkten zog der Preis für Rohöl sofort an, als sich die Einigung abzeichnete. Ob der Effekt der Maßnahme mittelfristig anhält, ist jedoch noch nicht entschieden. Ein OPEC-Sprecher bestätigte, dass auch der wichtige und nicht im Kartell vertretene Erdölproduzent Russland seine Produktion um 300.000 Barrel pro Tag kürzen werde.

Gestapelte Ölfässer
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Mit einer Senkung der Förderquoten wollen die OPEC-Länder die Exportpreise für Erdöl antreiben.

Preise seit 2014 fast halbiert

Im September hatte die OPEC in Algerien schon eine prinzipielle Förderkürzung beschlossen. Das tägliche Produktionsvolumen sollte auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel nach zuletzt geschätzten 33,6 Millionen Barrel gesenkt werden. Doch besonders der Iran hatte sich gegen eine Drosselung gestellt. Das Land wollte nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen sogar mehr Öl fördern. Durch ein Überangebot am Markt haben sich die Preise seit 2014 fast halbiert.

Politischer Streit im Kartell

Bis kurz vor der Sitzung schien eine Einigung auf wackligen Füßen zu stehen. Mehrere vorbereitende Treffen waren ohne Durchbruch verlaufen. Dennoch stand die OPEC unter hohem Erwartungsdruck. Das Kartell, das als zerstritten gilt, hatte den Verfall der Ölpreise bisher ohne Gegenmaßnahmen hingenommen. Im Hintergrund spielten auch geostrategische Überlegungen der verfeindeten Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien eine Rolle. Beide Staaten sind auf unterschiedlichen Seiten im Syrien-Krieg engagiert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. November 2016 um 17:00 Uhr.

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