Pakete werden ausgeliefert | Bildquelle: imago/Ralph Peters

Paketdienste Kostet Lieferung bis zur Tür bald mehr?

Stand: 01.12.2017 15:39 Uhr

Der Online-Handel brummt, vor allem vor Weihnachten. Millionen Pakete sollen, wenn es nach den Kunden geht, direkt an die Haustür geliefert werden. Die Paketdienste geraten an ihre Grenzen - und kündigen Preiserhöhungen an.

Für Lieferungen bis zur Haustür sollen Paketkunden nach Ansicht mehrerer Lieferdienste einen Aufschlag zahlen. "In der Zukunft kann es so kommen, dass die Paketdienste standardmäßig an den Paketshop liefern und die Lieferung zur Haustür dann zum Beispiel 50 Cent kostet", sagte der Geschäftsführer des Paketdiensts DPD, Boris Winkelmann, der "Wirtschaftswoche". Gründe dafür seien der zunehmende Aufwand und die gestiegenen Kosten wegen des stetig wachsenden Online-Handels.

Zustimmung bekam der DPD-Chef vom Konkurrenten Hermes: "Die Zustellung an die Haustür muss angesichts des hohen Aufwandes teurer werden", sagte Hermes-Geschäftsführer Frank Rausch der Zeitschrift. "Was wir dringend brauchen, sind große Paketshops oder Mikrodepots in den urbanen Räumen, die alle Paketdienste nutzen können."

Preise anheben, Obergrenzen, Paketshops?

Hermes erwartet in diesem Jahr das mengenstärkste Weihnachtsgeschäft seiner Geschichte. Das Unternehmen liefert nach Angaben eines Sprechers in der Weihnachtszeit an den dichtesten Tagen rund 2,2 Millionen Pakete in Deutschland aus - deutlich mehr als an durchschnittlichen Tagen. Hermes will deshalb mit den Händlern erstmals Obergrenzen aushandeln, über die hinaus das Unternehmen keine weiteren Pakete zur Sendung annimmt. Die Zahl der Lieferungen im diesjährigen Weihnachtsgeschäft werde im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 15 Prozent steigen. Für die Paketdienste ist das eine Kraftprobe. Hermes will neben den Obergrenzen dem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge im kommenden Jahr deshalb auch die Preise für die Empfänger anheben.

Ein Zusteller von DHL Worldwide Express | Bildquelle: picture-alliance / dpa/dpaweb
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Den Weihnachtsstress spürt auch der Marktführer DHL.

Bis zu 8,5 Millionen Pakete täglich

Den Weihnachtsstress spürt auch der Marktführer DHL. Bis zu 8,5 Millionen Pakete täglich stellen die Fahrer in den Tagen kurz vor Weihnachten zu - etwa doppelt so viele wie an Durchschnittstagen. Rund 10.000 zusätzliche Aushilfskräfte hat das Unternehmen für die Weihnachtszeit eingestellt. DHL sieht sich damit gut vorbereitet: "Einen Zuschlag für das Weihnachtsgeschäft oder Obergrenzen für unsere Großversender haben wir aktuell ebenso wenig geplant wie eine zusätzliche Gebühr für die Zustellung von Paketsendungen an der Haustür", teilte eine Sprecherin mit.

Über dieses Thema berichtete am 01. Dezember 2017 tagesschau24 um 15:00 Uhr und Deutschlandfunk um 16:00 Uhr.

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