Der bei Helgoland gelegene Offshore-Windpark "Meerwind Süd/Ost"

Offshore-Windpark Windenergie - ganz ohne Förderung

Stand: 13.04.2017 16:44 Uhr

Die Netzagentur hat die Zuschläge für den Bau von vier Offshore-Windparks in der Nordsee vergeben. Die Förderung dafür ist weit geringer als erwartet - eine Anlage soll sogar erstmals ohne Subventionen auskommen. Für Stromkunden dürfte das eine Entlastung bedeuten.

Die Bundesnetzagentur hat die Genehmigung zum Bau von vier Offshore-Windparks in der Nordsee vergeben. Der Zuschlag für die Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 1,5 Gigawatt ging an die Unternehmen Dong Energy, EnBW, Gode Wind und Northern Energy. Ein Unternehmen will dabei erstmals ohne jegliche Subventionen Strom aus Wind erzeugen. Den geplanten Windpark "He Dreiht" in der Nordsee werden man ohne Ökostromförderung errichten, teilte der Versorger EnBW mit.

Geringe Förderung

Auch die anderen Windparks werden deutlich weniger gefördert als für Offshore-Windparks üblich. Die durchschnittliche Förderung für den späteren Betrieb aus dem EEG-Gesetz wird bei durchschnittlich nur 0,44 Cent je Kilowattstunde liegen - weit weniger als erwartet. Zum Vergleich: Die aktuelle Förderung für Offshore-Strom liegt bei 18,4 Cent je Kilowattstunde, allerdings nur über acht Jahre. Die neuen Projekte, die ab 2021 ans Netz gehen, sollen über 20 Jahre gefördert werden.

Die niedrige Förderung könnte auch den Endpreis für die Stromkunden senken. Sie bezahlen allerdings weiterhin über die Netzentgelte den Anschluss der Anlagen an das Stromnetz. Die EEG-Umlage, mit der die Energiewende teilweise finanziert wird, liegt derzeit bei 6,88 Cent pro Kilowattstunde.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, zeigte sich erfreut: "Die Offshore-Windenergie stellt ihre Wettbewerbsfähigkeit mit Nachdruck unter Beweis. Dies ist erfreulich für alle Stromverbraucher, die über die Erneuerbare-Energien-Umlage die Förderung mitfinanzieren."

Neuer Ausschreibungsmodus

Um die Kosten zu drücken, hatte die Regierung die bisherige Förderung über staatliche festgelegte Abnahmepreise für den Ökostrom umgestellt: Große Solaranlagen sowie Windparks an Land und auf hoher See werden jetzt ausgeschrieben. Wer die geringste Subvention verlangt, erhält den Zuschlag. Insgesamt hatten sich in dieser Offshore-Ausschreibungsrunde über 20 Betreiber um die rund 1500 Megawatt-Leistung beworben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. April 2017 um 16:36 Uhr

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