Eine Öl-Raffinerie an der Ostküste Saudi-Arabiens | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Kampf gegen sinkende Ölpreise Deckeln statt drosseln

Stand: 16.02.2016 13:23 Uhr

Vier große Förderländer gehen gegen den fallenden Ölpreis vor: Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela einigten sich darauf, ihre Produktion zwar nicht zu drosseln, aber zumindest auf dem Stand vom Januar einzufrieren - aber nur, wenn andere mitmachen.

Angesichts der fallenden Ölpreise wollen Saudi-Arabien, Katar, Russland und Venezuela ihre Ölproduktion einfrieren. Die Produktion solle auf dem Niveau vom Januar gedeckelt werden, sagte der saudische Ölminister Ali al-Naimi nach einem Treffen der zuständigen Minister der vier Staaten. Die Umsetzung dieser Entscheidung machen die vier Länder aber ausdrücklich davon abhängig, dass andere Fördernationen dem Beispiel folgen. Das erklärte der russische Energieminister Alexander Nowak.

Es könnte schwierig werden, andere wichtige Öllieferanten dazu zu bringen, bei dem Vorhaben mitzumachen. Der Iran hatte zum Beispiel erst kürzlich angekündigt, seine Fördermenge in den kommenden Monaten deutlich zu erhöhen. Iranische Vertreter waren bei den Gesprächen nicht anwesend. Der Irak ließ mittlerweile mitteilen, dass man jeden Vorschlag unterstütze, der den Ölpreis höher treiben würde. Mit den beiden Staaten soll noch in dieser Woche verhandelt werden, verlautete aus Expertenkreisen.

Preisverfall seit Mitte 2014

Entgegen den Erwartungen von Experten entschieden sich Saudi-Arabien, Katar, Russland und Venezuela mit dem Einfrieren der aktuellen Produktionsmenge gegen eine Drosselung der Förderung, um den binnen 18 Monaten um fast drei Viertel gefallenen Ölpreis wieder in die Höhe zu treiben. Saudi-Arabien stemmt sich gegen Förderkürzungen, weil es seine Marktanteile mit einem Preiskampf gegen aufstrebende Ölproduzenten wie Fracking-Firmen in den USA verteidigen will - notfalls auch über große Mengen zu geringen Preisen. Das Königreich ist das produktionsstärkste Land der Organisation ölexportierender Länder (OPEC).

Einigen Ölförderländern wie Venezuela macht der Preisverfall zunehmend zu schaffen. Sie drängen daher seit geraumer Zeit auf ein koordiniertes Vorgehen, um die Fördermengen zu begrenzen und die Preise wieder steigen lassen. Dass der Iran nach dem Wegfall der Sanktionen nun wieder als wichtiger Akteur auf dem Ölmarkt auftritt, verschärft den Kampf der Produzenten um Marktanteile.

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