Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an Oliver Hart und Bengt Holmström. | Bildquelle: AFP

Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften Nobelpreis geht an Vertragstheoretiker

Stand: 10.10.2016 12:52 Uhr

Vom Grundgesetz bis zur KfZ-Police - unser ganzes Leben wird von Verträgen bestimmt. Doch wie funktionieren sie? Der Finne Bengt Holmström und der Amerikaner Oliver Hart haben dazu weitreichende Forschungen angestellt. Nun erhalten sie den Nobelpreis.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an den US-Amerikaner Oliver Hart und den Finnen Bengt Holmström. Die beiden Wissenschaftler würden für ihren Beitrag zur Kontrakttheorie geehrt, gab die Königlich-Schwedische Akademie in Stockholm bekannt.

Die Kontrakttheorie beschäftigt sich mit der Frage, wie Verträge funktionieren - von der Verfassung bis zur KfZ-Police, vom Kaufvertrag bis zum Arbeitsvertrag. Die Forschungen von Holmström hätten beigetragen, besser zu verstehen, wie Verträge für Topmanager ausgestaltet sein sollten, um für Unternehmen die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, hieß es im Statement der Akademie.

Hart wiederum seien wichtige Erkenntnisse im Bereich von Fusionen und Übernahmen zu verdanken. Zudem habe er weitreichende Forschungen zu der Frage angestellt, ob sich Schulen besser in privater oder öffentlicher Trägerschaft befinden sollten.

Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften an Oliver Hart und Bengt Holmström
tagesschau 15:00 Uhr, 10.10.2016, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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Beide lehren an namhaften US-Universitäten

Der gebürtige Brite Hart lehrt an der US-Elite-Universität Harvard, Holmström am ebenfalls amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Die mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotierte Auszeichnung geht anders als die klassischen Nobelpreise nicht auf das Testament des schwedischen Erfinders Alfred Nobel zurück. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968 nachträglich, um bedeutende Ökonomen zu würdigen. Offiziell heißt er deshalb "Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel".

Das ist Bengt Holmström

Bengt Robert Holmström ist Wirtschaftsprofessor an der US-Eliteuniversität MIT in Cambridge bei Boston. Auch schon vor dem Nobelpreis galt der Finne als einer der profiliertesten Vertreter seiner Disziplin. 1978 machte der heute 67-Jährige seinen Doktor an der Stanford Universität in Kalifornien. Von 1979 bis 1982 lehrte er an der Kellogg Grad School of Management, von 1983 bis 1994 in Yale.
Holmströms Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, er hält mehrere Ehrendoktor-Titel, unter anderem von der Stockholm School of Economics. Als Ökonom machte er sich vor allem mit Forschungen zu Managerverträgen und Boni einen Namen. Mit seiner Frau Anneli hat er einen erwachsenen Sohn.

Das ist Oliver Hart

Oliver Hart, 68-jähriger US-Ökonom mit britischen Wurzeln, ist Experte für Unternehmenslehre mit Schwerpunkten wie Vertragstheorie, Rechtsfragen und Privatisierung. Er studierte Mathematik und Ökonomie in Cambridge und Warwick (beides Großbritannien), bevor er 1972 an der US-Eliteuni Princeton seinen Doktor machte. Nachdem er für einige Jahre als Professor an der London School of Economics lehrte, kehrte Hart 1984 in die USA zurück, wo er zunächst am renommierten MIT unterrichtete. 1995 veröffentlichte er ein Lehrwerk zur Vertragstheorie. Verheiratet ist Hart mit einer amerikanischen Schriftstellerin, er hat zwei Söhne. "Ich habe zunächst meine Frau umarmt und dann meinen jüngsten Sohn geweckt", sagte Hart, nachdem er um 4.40 Uhr Ortszeit von der Auszeichnung erfuhr.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Oktober 2016 um 12:00 Uhr.

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