Ein Flugzeug von Niki auf dem Flughafen Köln-Bonn | Bildquelle: picture alliance / Horst Galusch

IAG bestätigt Übernahme Niki geht an British-Airways-Mutterkonzern

Stand: 29.12.2017 22:22 Uhr

Der Insolvenzverwalter hat für die Air-Berlin-Tochter Niki einen neuen Eigentümer gefunden. Der British-Airways-Mutterkonzern IAG bestätigte am Abend die Übernahme für 36,5 Millionen Euro. 740 der 1000 Jobs sollen erhalten bleiben.

Die insolvente Fluggesellschaft Niki geht zu großen Teilen an die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia. Die International Airlines Group (IAG) bestätigte am Abend, dass sie die ehemalige Air-Berlin-Tochter für 36,5 Millionen Euro übernehmen werde.

20 Millionen Euro gehen dabei an die Gläubiger von Niki. 16,5 Millionen fließen als Finanzspritze direkt an Fluggesellschaft. Der deutsche Staat geht beim Verkauf von Niki leer aus. Denn mit dem Verkaufserlös werden die Gläubiger von Niki befriedigt, nicht die von Air Berlin. Die Bundesregierung hatte Air Berlin einen Überbrückungskredit der KfW über 150 Millionen Euro gewährt, damit die Fluggesellschaft weiterfliegen konnte. Er sollte eigentlich mit dem Erlös aus der Übernahme durch die Lufthansa getilgt werden. Rund die Hälfte der 150 Millionen Euro dürften verloren sein.

Niki wird Billigflieger Vueling angegliedert

Der neue Eigentümer IAG übernimmt 15 der 21 Airbus-A320-Maschinen, die Niki geleast hat, sowie Landerechte an den Flughäfen Wien, Düsseldorf, München, Palma de Mallorca und Zürich.

IAG-Chef Willie Walsh | Bildquelle: AFP
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IAG-Chef Willie Walsh bezeichnete Niki als den wirtschaftlichsten Teil der insolventen Air-Berlin-Gruppe

Niki soll den Angaben zufolge in dem spanischen Billigflieger Vueling aufgehen, der ebenfalls zu IAG gehört. Die Transaktion erfolge durch die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft von Vueling. Diese werde in Österreich gegründet und eigenständig agieren. 740 der bisherigen rund 1000 Niki-Mitarbeiter sollen übernommen werden.

IAG-Chef Willie Walsh sagte laut einer Pressemitteilung: "Niki war der wirtschaftlichste Teil von Air Berlin, und die Ausrichtung auf den Freizeitbereich passt perfekt zur Strategie von Vueling." Diese Einigung erlaube Vueling, seine Präsenz in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu verstärken.

Verkauf an Lufthansa gescheitert

Eigentlich wollte Insolvenzverwalter Lucas Flöther Niki aus der Insolvenz heraushalten. Als Käufer hatte er die Lufthansa gefunden, der mehr als 180 Millionen Euro zahlen wollte. Nach erheblichen Widerständen der EU-Wettbewerbshüter zog Europas größte Fluggesellschaft aber ihr Angebot zurück, woraufhin Niki Insolvenz anmeldete und den Flugbetrieb einstellte.

Ursprünglich hatten sich daraufhin sechs Bieter verbindlich um eine Niki-Übernahme bemüht. Am Donnerstag legte sich der Gläubigerausschuss dann aber darauf fest, nur noch mit einem Bieter weiterzuverhandeln, der spanisch-britischen IAG. Flöther versuchte, mit dem Notverkauf zu retten, was zu retten war. Denn Anfang Januar drohte die österreichische Gesellschaft die wertvollen Landerechte (Slots) zu verlieren.

Bei IAG ist nicht zu erwarten, dass sich die Kartellbehörden querstellen. Die Briten und Spanier sind anders als die Lufthansa im deutschsprachigen Raum bisher kaum aktiv.

Große Niki-Teile gehen an Mutter von British Airways
Stephanie Pieper, ARD London
30.12.2017 01:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. Dezember 2017 um 21:44 Uhr.

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