Eine Straßenbahn und ein Ersatzbus | Bildquelle: dpa

Veraltetes Bus- und Bahnnetz Mehr Geld vom Kunden - und vom Staat?

Stand: 25.01.2017 15:59 Uhr

Zwar nutzen so viele Menschen wie noch nie Busse und Bahnen, doch im Vergleich zu Auto und Flugzeug wird ihr Anteil nicht größer. Aus Sicht der Branche liegt das auch daran, dass zu wenig Geld für den Ausbau da ist. Jetzt sollen die Preise steigen.

Nach einem weiteren Fahrgastrekord in Bussen, Trams und U-Bahnen fordern die Verkehrsunternehmen mehr Geld, um ihre Netze auszubauen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sprach sich für mehr öffentliche Gelder für Investitionen aus und kündigte höhere Fahrpreise für Kunden an. Sie müssen mit 1,5 bis 2,5 Prozent höheren Kosten rechnen.

Weit entfernt von einer Verkehrswende

"Wir haben nicht einmal den Einstieg in eine Verkehrswende geschafft", sagte Verbandspräsident Jürgen Fenske. Dafür müsse das Angebot deutlich ausgebaut werden. Zwar stieg die Fahrgastzahl 2016 so stark wie seit zehn Jahren nicht und erreichte erstmals 10,18 Milliarden - was vor allem darauf zurückgeführt wird, dass die Städte wachsen und mehr Menschen erwerbstätig sind. Doch der Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) am gesamten Mobilitätsmarkt verharrt nach Verbandsangaben bei elf Prozent. Denn auch im Auto und Flugzeug legen die Deutschen immer mehr Kilometer zurück.

"Wir könnten 13 Milliarden Fahrgäste haben, vielleicht noch mehr. Aber wir schöpfen unser Marktpotenzial nicht aus", sagte Fenske. Denn seit 1997 seien öffentliche Mittel zum Neu- und Ausbau des städtischen Nahverkehrs nicht aufgestockt worden. Nun wolle die Bundesregierung die jährliche Summe von 330 Millionen Euro bis mindestens 2025 festschreiben.

Aufwand durch veraltetes Netz

Viele U-Bahn- und Straßenbahnlinien sind jedoch in die Jahre gekommen, die Unternehmen müssen dem Verband zufolge wesentlich mehr Geld in die Instandhaltung stecken. Lohnsteigerungen eingerechnet wachse der Aufwand jährlich um vier Prozent. Die Fahrkartenpreise seien im vergangenen Jahr aber durchschnittlich nur um 1,5 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: An der Tankstelle mussten Autofahrer für Diesel im Dezember nach ADAC-Daten gut 11 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, bei Super E10 waren es mehr als fünf Prozent.

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