Firmenschild "Mossack Fonseca"

"PanamaPapers" Mossack Fonseca stellt Geschäft ein

Stand: 15.03.2018 08:15 Uhr

Die Kanzlei Mossack Fonseca stand im Zentrum der "PanamaPapers"-Enthüllungen über Hunderttausende Briefkastenfirmen weltweit. Nun kommt das Aus für die Firma - eine Folge der Enthüllungen.

Die panamaische Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, die im Fokus der Enthüllungen durch die "PanamaPapers" stand, stellt ihr Geschäft ein. "Der Imageschaden, die Medienkampagne, finanzielle Konsequenzen und das irreguläre Vorgehen einiger panamaischer Behörden" hätten "irreparablen Schaden verursacht", begründete das Unternehmen in Panama-Stadt seine Entscheidung. Die Kanzlei sei Opfer einer Cyberattacke gewesen.

Das operative Geschäft werde Ende März eingestellt. Eine kleine Gruppe werde nur noch Anfragen der Behörden sowie öffentlicher oder privater Gruppen beantworten. Mossack Fonseca hatte nach eigenen Angaben weltweit 600 Beschäftigte, davon allein 370 in Panama. Heute sollen es insgesamt nur noch etwa 50 sein.

Auslandsbüros wurden 2017 geschlossen

Im vergangenen Jahr kamen die Gründer Ramon Fonseca und Jürgen Mossack vorübergehend in Untersuchungshaft. Hintergrund sind andauernde Ermittlungen im Falle des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht. Mossack Fonseca soll an dem Korruptionsnetzwerk um den Konzern beteiligt gewesen sein. Im August 2017 hatte der Mossack bereits eingeräumt, dass die Firma die meisten Auslandsbüros geschlossen habe.


"PanamaPapers" kosteten Regierungschefs das Amt

Ein Polizist überwacht den Eingang der Hauptzentrale von Mossack Fonseca in Panama-Stadt.
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Die Hauptzentrale von Mossack Fonseca in Panama-Stadt wurde im April 2016 durchsucht.

Eine internationale Gruppe von Journalisten, darunter Reporter von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hatte im Frühjahr 2016 über mehr als 200.000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet. Panamas Behörden durchsuchten nach der Veröffentlichung die Büros der Kanzlei. In den "PanamaPapers" tauchten die Namen von Prominenten, Politikern und Sportlern auf, die Vermögen vor dem Fiskus versteckt haben sollen.

Die Veröffentlichungen führten zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. Mit Islands Ex-Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson und Pakistans Ex-Premierminister Nawaz Sharif verloren sogar zwei Regierungschefs wegen der Enthüllungen ihr Amt.

Mit Informationen von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Mossack-Fonseca stellt Geschäft in Panama ein
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
15.03.2018 07:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. März 2018 um 06:45 Uhr.

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