Firmenschild des Konzerns Monsanto

Leverkusener Übernahmepläne Monsanto lehnt Bayer-Angebot ab

Stand: 24.05.2016 23:52 Uhr

Der US-Konzern Monsanto lehnt das Übernahmeangebot von Bayer in Höhe von 62 Milliarden Dollar ab. Die Offerte sei zu niedrig. Der Leverkusener Konzern will mit Monsanto zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Bayer zeigte sich trotz des Neins zuversichtlich.

Der Saatguthersteller Monsanto hat das Übernahmeangebot durch Bayer im Wert von 62 Milliarden Dollar abgelehnt. Dies gab das US-Unternehmen bekannt. Die Offerte über umgerechnet rund 55 Milliarden Euro sei finanziell unzureichend, teilten die Amerikaner mit. Das Management habe sich einstimmig zur Ablehnung des Angebots entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche.

In der Erklärung machte Monsanto klar, dass es nicht grundsätzlich gegen ein Zusammengehen mit dem deutschen Unternehmen sei. Aus einer "integrierten Strategie" der beiden Konzerne könnten sich "erhebliche Vorteile" ergeben, erklärte Monsanto-Chef Hugh Grant. "Das aktuelle Angebot stellt aber eine beträchtliche Unterbewertung des Unternehmens dar", kritisierte Grant. In Gesprächen mit Bayer solle nun sondiert werden, "ob eine Transaktion im Interesse der Anteilseigner von Monsanto möglich" sei.

122 US-Dollar je Aktie

Am Montag hatte Bayer seine Übernahmepläne öffentlich gemacht. Es wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der DAX-Konzern bietet je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar - insgesamt 62 Milliarden Dollar. Diese Gebot lag deutlich über dem Schlusskurs von Freitag und 37 Prozent höher als der Kurs der Monsanto-Aktie am 9. Mai, als Bayer dem US-Konzern einen schriftlichen Vorschlag machte.

Monsanto erklärte jedoch, das Gebot sei "unvollständig". Mögliche Finanz- und Regulierungsrisiken seien nicht berücksichtigt. Die Leverkusener würden durch den Zusammenschluss zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen.

Bayer bleibt optimistisch

Trotz der negativen Antwort seines US-Konkurrenten erwartet Bayer konstruktive Gespräche mit Monsanto. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Werner Baumann, erklärte: "Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten im Zusammenhang mit der Transaktion klären können. Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen." Der Konzern bekräftigte in einer Mitteilung, dass sein Angebot über 122 US-Dollar je Aktie in bar einen "attraktiven und sicheren Wert" für die Aktionäre von Monsanto darstelle.

Wegen Gentechnik in der Kritik

Monsanto steht international wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem stellt das US-Unternehmen den weltweit meistgenutzten Unkrautvernichter "Roundup" mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat her. In Deutschland kommt das Unkrautbekämpfungsmittel auf etwa 40 Prozent der Felder zum Einsatz. Es steht laut einigen Studien im Verdacht, Krebs zu erregen. Bayer zeigte jedoch überzeugt, die Reputationsprobleme von Monsanto in den Griff bekommen zu können.

Die Saatgut-Sparte sowie die Nordamerika-Geschäfte des zusammengeschlossenen Unternehmens sollten nach den Plänen von Bayer künftig vom Monsanto-Hauptsitz in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) aus gesteuert werden. Der Pflanzenschutz sollte weiterhin in Monheim am Rhein angesiedelt sein.

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