Maschine von Etihad

Air-Berlin-Großaktionär Etihad macht Milliardenverlust

Stand: 27.07.2017 15:12 Uhr

Die Airline Etihad Airways aus Abu Dhabi hat 2016 nach eigenen Angaben einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro gemacht. Schuld seien unter anderem die Beteiligungen an der kriselnden deutschen Fluggesellschaft Air Berlin und der überschuldeten Alitalia.

Der Großaktionär der kriselnden deutschen Fluggesellschaft Air Berlin, Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, hat im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust geschrieben - auch wegen des Engagements bei Deutschlands zweitgrößter Airline.

Etihad verbuchte nach eigenen Angaben ein Minus von 1,87 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro). Größter Teil davon seien mit 1,06 Milliarden Dollar für Abschreibungen auf Flugzeuge. 808 Millionen Dollar kosteten Etihad die Beteiligungen an Air Berlin und der überschuldeten Alitalia.

Negativ schlugen auch Kerosin-Lieferverträge zu Buche, die Etihad zwangen, den Treibstoff über dem aktuellen Marktwert zu bezahlen. Diese finanziellen Folgen würden sich im Laufe des aktuellen Geschäftsjahrs aber verringern, teilte Etihad mit.

2003 gestartet und rasch gewachsen

Die staatlich kontrollierte Etihad war erst 2003 gestartet und auch durch Aufkäufe rasch gewachsen. Bei Air Berlin ist Etihad mit 29,2 Prozent der größte Einzelaktionär, bei Alitalia ist die arabische Fluggesellschaft sogar mit 49 Prozent beteiligt. Dazu kommen Anteile an Air Seychelles, Virgin Australia, Jet Airways in Indien und an Air Serbia.

Nach Emirates aus Dubai ist Etihad die zweitgrößte Fluggesellschaft der Emirate. 2015 machte die Airline noch einen Gewinn von umgerechnet 91 Millionen Euro. Air Berlin macht seit Jahren Verlust, Medienberichten zufolge will Etihad seine Beteiligung loswerden. Air Berlin versicherte aber erst Mitte Juni, Etihad unterstütze die Airline bis Oktober 2018. Alitalia sucht derzeit einen Käufer, kürzlich äußerte Ryanair Interesse.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Juli 2017 um 13:38 Uhr.

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