Hintergrund

Hintergrund Die Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL

Stand: 30.01.2008 18:47 Uhr

Die Beschäftigten bei der Deutschen Bahn und den angeschlossenen Unternehmen sind in drei Gewerkschaften organisiert: Transnet, GDBA und GDL.

Mitglieder aus etwa 100 Berufen

Mitglieder der Gewerkschaft Transnet
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Auch Transnet streikte im Sommer vor der Einigung: Mitglieder der Gewerkschaft vor dem wegen des Warnstreiks geschlossenen Reisezentrum in Rostock.

Die Gewerkschaft Transnet hat nach eigenen Angaben mehr als 270.000 Mitglieder aus etwa 100 Berufen. Dazu zählen unter anderem Lokführer, Rangierer, Reiseberater und Mitarbeiter im Service-Point, Beschäftigte im öffentlichen Bereich, beim Bundeseisenbahnvermögen, beim Eisenbahn-Bundesamt oder bei der Bahn-BKK sowie Kapitäne. Die Gewerkschaft wurde 1896 unter dem Namen "Verband der Eisenbahner" gegründet. 1933 lösten die Nationalsozialisten alle freien Gewerkschaften in Deutschland auf, 1948 erfolgte die Wiedergründung, diesmal als "Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands" (GdED). 1990 trat die ostdeutsche "Gewerkschaft der Eisenbahner" (GdE) zur GdED bei. Im Jahr 2000 benannte sich die Organisation im Zuge der Bahn-Privatisierung in Transnet um. Der Name steht für Transport, Service, Netze.

Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA

Die Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter (GDBA) gehört zum Deutschen Beamtenbund. Sie wurde vor mehr als 50 Jahren gegründet und hat rund 65.000 Mitglieder. Einst eine Vertretung ausschließlich für Beamte sind mittlerweile etwa die Hälfte der GDBA-Mitglieder Angestellte. Im Herbst 2005 schlossen sich GDBA und Transnet zu der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA (TG) zusammen. Sie ist zuständig für die gesamte Tarifarbeit und nahezu alle Tarifverhandlungen, die im Organisationsgebiet der Verkehrsgewerkschaft GDBA und Transnet stattfinden. Die TG schloss im vergangenen Sommer einen Tarifvertrag mit der Bahn ab, der unter anderem Lohnerhöhungen um 4,5 Prozent vorsieht.

Transnet und GDBA beschlossen Ende 2009, eine gemeinsame Verkehrsgewerkschaft zu gründen.

Lokführer bestehen auf eigenem Tarifvertrag

Lokführer der Deutschen Bahn in einem ICE3-Führerstand
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Viele Lokführer der Deutschen Bahn, hier einer in einem ICE3-Führerstand am Bahnhof Frankfurt am Main, fordern einen eigenen Tarifvertrag.

Die Gewerkschaft der Lokführer strebte bereits in der vergangenen Tarifrunde einen eigenen Abschluss an - dieses Mal bestand sie aber darauf. 1867 gegründet als Verein Deutscher Lokomotivführer (VDL) ist sie die älteste deutsche Gewerkschaft und vertritt insgesamt rund 30.000 Mitglieder. Sie organisiert die überwiegende Mehrheit aller Lokomotivführer bei der Deutschen Bahn AG und den Privatbahnen. Die GDL nahm nicht an den ursprünglichen Tarifgesprächen teil, erst nach dem Abschluss gab es - auf Vorschlag der Vermittler Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf - gemeinsame Verhandlungen mit Bahn und der TG, die dann aber wieder platzten. Nach langem Hin und Her gelang der Abschluss mit der Bahn schließlich Ende Januar. Von insgesamt fast 20.000 Lokführern bei der Bahn sind nach GDL-Angaben etwa 80 Prozent bei der GDL organisiert.

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