Snickers, Mars | Bildquelle: picture alliance / dpa

Rückrufaktion bei Mars Wie das Plastik in den Schokoriegel kam

Stand: 24.02.2016 12:58 Uhr

Wie konnten Plastikteilchen in einen Schokoriegel von Mars gelangen? Die Verantwortlichen des Werks in den Niederlanden vermuten, dass bei Wartungsarbeiten eine Verschlusskappe in die Schokolade geriet.

Von Ludger Kazmierczak, ARD-Studio Den Haag

Die Damen im Call-Center haben gut zu tun. Seit gestern klingeln die Telefone der Mars-Hotline häufiger als sonst, sagt Firmensprecherin Emily Bom: "Es sind überwiegend Verbraucher, die uns anrufen und fragen, ob das Produkt, das sie gekauft haben, betroffen ist und ob sie es zurückschicken können. Und das können sie natürlich."

Nachdem eine Kundin in Deutschland einen Plastiksplitter in ihrem Mini-Snickers entdeckt hatte, ruft Mars nun Millionen Schokoriegel in 55 Ländern zurück. Produziert wurden diese Süßigkeiten im niederländischen Veghel - in einer der größten Schokoladenfabriken der Welt.

27 Millionen Snacks - an einem Tag

Täglich laufen hier rund 27 Millionen Schoko-Snacks übers Band - in den unterschiedlichsten Formen und Größen. Warum sich auf einmal Plastikteilchen unter die Schokolade mischen konnten, wird noch genauer untersucht.

Jack Tabbers, Direktor von Mars in den Niederlanden, hat aber bereits einen sehr konkreten Verdacht: "Es ist wohl bei Wartungsarbeiten passiert. Wir haben eine Leitung, durch die Schokolade fließt, erneuert. Und auf diesen Leitungen sitzen Verschlusskappen. Eine dieser Kappen wurde offenbar nicht entfernt und gelangte dann irgendwie ins Produkt."

So funktioniert die Rückrufaktion von Mars

Mars hat die Angaben zu seiner Rückrufaktion für seine Schokoriegel konkretisiert. Sie betrifft demnach Riegel der Marke Mars mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 7. August bis zum 16. Oktober 2016, Riegel der Marke Snickers, die ein Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen dem 19. Juni und dem 28. August 2016 haben, sowie Milky Way Minis mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 4. September 2016 bis zum 8. Januar 2017. Celebrations-Mischungen sind betroffen, wenn ein Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen dem 19. Juni und dem 28. August 2016 aufgedruckt ist.
Kunden, die diese Produkte zurückgeben wollen, müssen sich den Angaben zufolge per Telefon oder Online-Kontaktformular bei Mars melden und sollen dann Ersatz bekommen. Die Verbraucherhotline unter der Nummer 02162-500-2150 stehe täglich von 08.00 bis 24.00 Uhr zur Verfügung.

"Das könnte zu Verletzungen führen"

Die Wahrscheinlichkeit, im Lotto zu gewinnen, sei größer, als auf ein Mars, Milky Way oder Snickers mit Plastikinhalt zu stoßen, sagt Tabbers, aber sein Unternehmen wolle kein Risiko eingehen. "Das Problem ist, dass dieses Plastikteil in kleine Stückchen zerbröselte, zum Teil mit scharfen Kanten. Und das könnte zu Verletzungen führen und bei kleinen Kindern vielleicht sogar zum Ersticken."

Die Schokoladenfabrik in Veghel bei Hertogenbosch war 1963 die erste Niederlassung des US-Konzerns auf dem europäischen Festland. Heute arbeiten hier und in einer zweiten Filiale südlich von Rotterdam fast 1500 Mitarbeiter. Sie produzieren nicht nur verzehrfertige Riegel für den europäischen Markt, sondern liefern auch Zutaten, wie Schokolade oder Nüsse an andere Fabriken in der ganzen Welt. Deshalb sind von der Rückrufaktion auch so viele Standorte betroffen - wobei es Länder gibt, in denen die Süßwaren nur in den Duty-Free-Shops der jeweiligen Flughäfen verkauft werden.

Experten sind davon überzeugt, dass der Weltkonzern die zu erwartenden Einbußen verschmerzen wird - angesichts eines Jahresumsatzes von zuletzt 33 Milliarden US-Dollar.

Was lief schief im niederländischen Mars-Werk?
K. Ludger (WDR, Den Haag)
24.02.2016 12:24 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 24. Februar 2016 um 13:19 Uhr im Deutschlandfunk.

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