Malaria-Mücken in einem Forschungslabor | Bildquelle: AFP

Impfstoff-Studie 100 Prozent Schutz gegen Malaria

Stand: 15.02.2017 20:44 Uhr

Jedes Jahr sterben Hunderttausende Menschen an Malaria. Tübinger Forschern ist es jetzt gelungen, einen neuen Impfstoff zu entwickeln. Bislang wurde er zwar nur an wenigen Menschen getestet. Bei ihnen zeigte er aber eine bis zu hundertprozentige Wirksamkeit.

Ein neuer Malaria-Impfstoff hat in einer klinischen Studie eine bis zu hundertprozentige Wirksamkeit gezeigt. Tübinger Forscher spritzten den Studienteilnehmern den Impfstoff mit lebendigen Malaria-Erregern und gaben gleichzeitig das seit langem genutzte Malaria-Medikament Chloroquin, wie die Universität Tübingen mitteilte.

Unter den 67 Studienteilnehmern waren jene am besten geschützt, die dreimal in je vierwöchigem Abstand den Impfstoff in einer hohen Dosierung erhielten. In dieser Gruppe zeigten alle Teilnehmer anschließend einen hundertprozentigen Impfschutz.

Hoffnungen auf neuen Impfstoff gegen Malaria
Nachtmagazin 00:30 Uhr, 16.02.2017, Jenni Rieger, SWR

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Impfschutz auch noch nach zehn Wochen

"Durch die Impfung mit einem lebenden und zuerst nicht abgeschwächten Erreger ist es uns ganz offensichtlich gelungen, eine sehr starke Immun-Antwort auszulösen", erklärte Studienleiter Benjamin Mordmüller. Darüber hinaus deuteten die bisherigen Daten darauf hin, dass der Impfschutz vergleichsweise lange anhalte. In der Gruppe der Teilnehmer mit dem höchsten Impfschutz sei dieser auch zehn Wochen nach der Impfung noch zuverlässig vorhanden.

Im nächsten Schritt soll der neue Impfstoff, der sich auch als gut verträglich erwies, in Gabun über mehrere Jahre auf Wirksamkeit getestet werden. In dieser Region in Afrika gehört Malaria zu den größten Gesundheitsproblemen.

Die meisten Todesopfer sind Kinder

Malaria-Parasiten werden durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten allein im Jahr 2015 rund 214 Millionen Menschen an Malaria. Schätzungsweise 438.000 Menschen starben an den Folgen, rund 90 Prozent davon in Afrika. Nahezu drei Viertel der tödlichen Erkrankungen betreffen Kinder unter fünf Jahren.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 15. Februar 2017 um 00:30 Uhr.

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