UFO - Streikankündigung | Bildquelle: dapd

Flugausfälle bei der Lufthansa UFO droht mit Streiks ab Freitag

Stand: 02.11.2015 15:05 Uhr

Schon fast zwei Jahre schwelt bei der Lufthansa der Tarifkonflikt mit dem Kabinenpersonal. Nun macht die Gewerkschaft Ernst: Wenn der Konzern nicht im letzten Moment einknickt, beginnt am Freitag ein einwöchiger Streik.

Wenn die Lufthansa nicht doch noch einlenkt, will das Kabinenpersonal von diesem Freitag an eine Woche streiken. Das kündigte der Chef der Flugbegleitergewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, bei einer Pressekonferenz an. Welche Flüge bestreikt werden, werde man kurzfristig bekanntgeben.

Flugbegleiter drohen mit Streik
tagesschau 20:00 Uhr, 02.11.2015, Michael Immel, HR

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Der Tarifstreit dauert nun schon fast zwei Jahre. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen die Vergütung und vor allem die Übergangsversorgung für die konzernweit 19.000 Flugbegleiter. Sollte es zu Streiks kommen, wären es die ersten des Kabinenpersonals im laufenden Tarifkonflikt. Ende Juni hatte UFO die Verhandlungen schon einmal für gescheitert erklärt, einen Streik aber kurzfristig abgesagt, weil die Lufthansa in wichtigen Punkten entgegenkam.

Zieht die Lufthansa nun vor Gericht?

UFO-Chef Nicoley Baublies bei einer Pressekonferenz | Bildquelle: dpa
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UFO-Chef Baublies setzte der Lufthansa eine letzte Frist bis zum Donnerstag.

Man gebe der Lufthansa bis Donnerstag Zeit, in Sachen Übergangsversorgung doch noch einzulenken, sagt Baublies. Wenn das Management den Forderungen nachkomme, werde der Streik kurzfristig abgesagt. Damit sei allerdings nicht zu rechnen, so der Gewerkschafter weiter. Denn die Lufthansa habe bereits klargestellt, dass es kein weiteres Angebot geben werde.

Die Lufthansa scheint derweil zu sondieren, ob sich der Streik nicht noch auf juristischem Weg abwenden lässt. Hintergrund: Dem Unternehmen zufolge existiert eine Vereinbarung mit UFO, derzufolge es vor einem Streik erst einmal eine Schlichtung geben muss, wenn eine der Parteien das wünscht. "Wir sind zur Fortführung der Verhandlungen oder zu Sondierungsgesprächen bereit", sagte ein Konzernsprecher. Neben dem Angebot zur Schlichtung könne man sich auch einen "Mediationsprozess" vorstellen.

Ufo gegen Lufthansa: Es gibt wieder Streiks
Brigitte Scholtes, DLF
02.11.2015 17:35 Uhr

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Streitpunkte zwischen Lufthansa und Flugbegleitern

Vergütung: Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO fordert für dieses und das kommende Jahr Einmalzahlungen von 2000 Euro für die Beschäftigten. Außerdem sollen die Löhne steigen - und zwar um 1,7 Prozent für die Jahre 2016 und 2017. Die Lufthansa will nur für das laufende Jahr eine Einmalzahlung leisten. Lohnerhöhungen darüber hinaus soll es nur für Beschäftigte geben, die vor 2013 ihren Job angetreten haben.
Alters- und Übergangsversorgung: Die Lufthansa will die Finanzierung der Rentenkasse umstellen. Den Flugbegleitern soll keine konkrete Rentenhöhe mehr zugesichert werden. Stattdessen sollen die Mitarbeiter einen bestimmten Beitrag einzahlen, der dann am Kapitalmarkt angelegt wird. Prinzipiell stimmt UFO dieser Regelung zu - die Gewerkschaft glaubt allerdings, dass die Verzinsung des eingezahlten Kapitals niedriger liegen wird als vom Konzern eingeschätzt. Dann wäre der Ertrag für die Flugbegleiter geringer. Umstritten ist auch ein einmaliger Zuschuss, den die Lufthansa in die Betriebsrentenkasse zahlen will: Die geplanten 20 Millionen Euro sind aus Gewerkschaftssicht deutlich zu wenig.

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