Lufthansa-Maschine | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Streik der Lufthansa-Piloten Verhärtete Fronten

Stand: 24.11.2016 14:16 Uhr

Auch heute bleiben viele Flugzeuge der Lufthansa am Boden. An den Flughäfen ist es ruhig, doch der Ton zwischen der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und dem Unternehmen bleibt rau. Ein Kompromiss scheint in weiter Ferne.

Die Piloten der Lufthansa bleiben hart. Am zweiten Tag des Streiks fallen insgesamt 912 Flüge aus, darunter 82 auf der Langstrecke. Besonders betroffen sind erneut die großen Drehkreuze Frankfurt und München. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti heben jedoch planmäßig ab.

Laut Lufthansa ist die Lage in den Terminals ruhig, der Streik-Flugplan funktioniert wie geplant. Viele Fluggäste seien vorab informiert worden oder hätten sich selbst schlau gemacht. Über 150.000 Mails oder SMS mit Fluginformationen hatte der Konzern vorab an die Kunden versendet. "Wir tun alles, was in unseren Kräften steht, um die Situation im Griff zu behalten", sagte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister.

Lufthansa appelliert an die Piloten

Zugleich richtete er sich direkt an die Piloten. "Ich appelliere an die Piloten, Cockpit unter Druck zu setzen, damit wir an den Verhandlungstisch kommen", so Hohmeister.

Die Forderungen der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nannte Hohmeister abstrus und "völlig unakzeptabel". Schon jetzt zahle Lufthansa den Piloten mehr als bei anderen Airlines üblich. Jeder Streiktag koste Lufthansa rund zehn Millionen Euro. Hinzu komme der Imageschaden. Hohmeister forderte eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch und warb erneut für eine Schlichtung.

Weiterhin Pilotenstreik bei Lufthansa
tagesschau 15:00 Uhr, 24.11.2016, Sebastian Kisters, HR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Es ist der 14. Ausstand in einer bis zum April 2014 zurückreichenden Serie. Lufthansa hatte den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017. Die VC lehnt eine Schlichtung weiterhin ab. Ein verhandlungsfähiges Angebot habe der Konzern bisher nicht übermittelt, das Management zeige keinerlei Bewegung. VC-Sprecher Jörg Handwerk warf dem Vorstand eine "kompromisslose Unternehmenspolitik" vor.

830 Flüge am Freitag gestrichen

Am Mittwoch waren wegen des Streiks bereits 876 Flüge ausgefallen, an beiden Tagen zusammen waren insgesamt rund 215.000 Kunden betroffen. Zehntausende Passagiere werden am Freitag wohl noch hinzukommen. Dann bestreikt die VC Verbindungen auf der Kurz- und Mittelstrecke. Insgesamt werden 830 Flüge ausfallen, teilte die Lufthansa mit. Die Langstrecke sollte am Freitag "nahezu planmäßig" bedient werden.

Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs nahm den Streik zum Anlass, ein Gesetz zur Zwangsschlichtung von Arbeitsministerin Andrea Nahles zu fordern. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Cockpit wies den Vorstoß zurück. Die Politik fange immer an, von einer Zwangsschlichtung zu reden, wenn es wieder Streiks gebe, sagte Handwerg. "Das Streikrecht ist in Deutschland anscheinend nur gut, solange es nicht eingesetzt wird."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. November 2016 um 22:15 Uhr.

Darstellung: