Streik der Lufthansa-Piloten | Bildquelle: AFP

Streik der Lufthansa-Piloten Am Boden

Stand: 23.11.2016 14:05 Uhr

Der Tarifstreit bei der Lufthansa ist festgefahren: Angebot und Forderung liegen weit auseinander, der Ton ist scharf. Heute und Morgen sind jeweils rund 900 Flüge gestrichen. Insgesamt trifft etwa 215.000 Reisende der Streik. Der Konzern drängt auf eine Schlichtung.

Fast 900 gestrichene Flüge, rund 100.000 betroffene Passagiere - die Piloten der Lufthansa legen seit dem frühen Morgen die größte deutsche Fluggesellschaft größtenteils lahm. Auch am Donnerstag müssen sich Lufthansa-Kunden auf Behinderungen im Flugverkehr einstellen, denn die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verlängerte ihren Streikaufruf bis zum Donnerstagabend. Dann fallen wieder rund 900 Flüge aus, darunter 82 Langstreckenflüge. Etwa 115.000 Passagiere werden am Boden bleiben.

Nicht betroffen sind die Flüge der Tochterunternehmen Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines. Heute finden "2124 von rund 3000 geplanten Flügen der Lufthansa Group statt", teilte das Unternehmen mit. Am Donnerstag sollen 2088 von rund 3000 Flügen planmäßig stattfinden.

"Vollkommenes Unverständnis"

Die Ausweitung des Streiks bis Donnerstagnacht nahm der Konzern "mit vollkommenem Unverständnis zur Kenntnis", wie es in einer Erklärung hieß. "Die Verlängerung ist eine weitere Eskalation durch die Pilotengewerkschaft, die zu noch mehr Verunsicherung bei unseren Kunden führt."

Die VC verteidigte den mittlerweile 14. Streik und forderte die Lufthansa auf, ein neues Angebot zum Vergütungstarifvertrag vorzulegen. Die Tarifforderungen der VC seien legitim. "Wir sind abgekoppelt worden von der Lohnentwicklung in Deutschland in den letzten fünf Jahren und da möchten wir nicht länger zuschauen", sagte VC-Vorstandsmitglied Jörg Handwerg im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Die Airline hatte den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. "Das ist aus unserer Sicht kein seriöses Angebot", sagte Handwerg. Solange "kein verhandlungsfähiges Angebot" von der Lufthansa komme, könne es immer wieder zu neuen Ausständen kommen. Die VC verlangt - rückwirkend ab 2012 - Tariferhöhungen von jährlich 3,66 Prozent.

Den "vermeidbaren Schaden" abwenden

Die Lufthansa drängte dagegen zu einer Vermittlung. "Wir müssen die Schlichtung haben", sagte Lufthansa-Sprecher Martin Leutke im Morgenmagazin. Er warf der VC vor, sie sei "offenbar mehr an einer Eskalation interessiert als an einer zielorientierten Lösung des Konflikts". Eine Schlichtung hatte die VC bereits am vergangenen Mittwoch abgelehnt.

Wenn sich die Gewerkschaft der Suche nach einer Lösung verschließe, verursache sie einen "vermeidbaren Schaden" für Kunden und Personal der Lufthansa Group, kritisierte der Konzern. Das Unternehmen sei zu neuen Tarifverhandlungen bereit.

Piloten verlängern Streik um 48 Stunden
tagesschau 17:00 Uhr, 23.11.2016, Uli Meerkamm, HR

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Gericht lehnt Eingriff in Tarifautonomie ab

Bis zuletzt hatte die Lufthansa versucht, den Streik gerichtlich verhindern zu lassen. Am Dienstagabend hatte das Landesarbeitsgericht Hessen einen Antrag des Konzerns zurückgewiesen, die Arbeitsniederlegungen per einstweiliger Verfügung zu verbieten.

Zuvor hatte bereits das Arbeitsgericht Frankfurt dem Unternehmen eine Absage erteilt. "Wir dürfen Tarifpolitik unsererseits nicht einer Bewertung unterziehen. An Tarifpolitik dürfen wir als staatliches Gericht nicht heran", begründete der Vorsitzende Richter Martin Becker die Entscheidung. Unmittelbar nach der Verhandlung rief VC die Piloten auch für Donnerstag zum Streik auf.

Der deutsche Flughafenverband ADV befürchtet Schäden in Millionenhöhe durch die neueste Eskalation. Die Airports seien inzwischen immer häufiger Schauplatz von Tarifauseinandersetzungen, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel und geht weit über das vertretbare Maß hinaus."

Piloten der Lufthansa streiken-Der Morgen am Mittwoch
A. Makasci, HR
23.11.2016 08:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 23. November 2016 um 00:40 Uhr.

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