Stahlwerk der Salzgitter AG | Bildquelle: dpa

Konjunkturprognose für 2015 leicht gesenkt Regierung erwartet stabiles Wachstum

Stand: 14.10.2015 12:47 Uhr

Der Aufschwung in Deutschland hält an. In ihrer neuen Konjunkturprognose rechnet die Bundesregierung für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftsplus von 1,7 Prozent - etwas weniger als bisher angenommen. Für 2016 ist sie optimistischer.

Die Bundesregierung erwartet für das laufende und das kommende Jahr ein stabiles Wachstum der deutschen Wirtschaft. Für 2015 werde ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 1,7 Prozent erwartet, erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei der Vorstellung der Herbstprognose. Damit korrigierte die Bundesregierung ihre Schätzung vom Frühjahr minimal um 0,1 Prozentpunkte nach unten und bleibt auch knapp unter den Vorhersagen der meisten Forschungsinstitute.

Für 2016 sei ein weiteres Wirtschaftswachstum um 1,8 Prozent zu erwarten, sagte Gabriel. Dies entspricht der Schätzung vom Frühjahr. "Die deutsche Wirtschaft wächst weiter", sagte Gabriel. "Sie befindet sich trotz der gedämpften weltwirtschaftlichen Perspektiven mit einem schwächeren Wachstum in China und in rohstoffreichen Schwellenländern auf einem guten Weg."

Regierung erwartet stabiles Wachstum
tagesschau 16:00 Uhr, 14.10.2015, Annekarin Lammers, ARD Berlin

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Binnennachfrage stützt Konjunktur

Gegen die Risiken von außen sieht Gabriel die Wirtschaft durch die starke Binnennachfrage abgeschirmt. "Dazu tragen vor allem die positive Entwicklung der Beschäftigung verbunden mit steigenden Einkommen bei", sagte er. "Zentraler Tragpfeiler der positiven Entwicklung sind die privaten Konsumausgaben."

Die Nettoverdienste steigen der Prognose zufolge in diesem Jahr um 2,6 Prozent und 2016 um weitere 2,4 Prozent. Zugleich erhöhe sich die Zahl der Erwerbstätigen im kommenden Jahr auf das Rekordniveau von 43,3 Millionen - das sind rund 600.000 mehr als 2014. Allerdings rechnet die Bundesregierung mit mehr Arbeitslosen. Während für das laufende Jahr noch ein Rückgang um fast 100.000 erwartet werde, sei für 2016 angesichts der hohen Zuwanderung ein Anstieg um 60.000 zu erwarten.

Grundlage für Steuerschätzung und Haushalt

Die sogenannte Herbstprojektion bildet die Grundlage für die Steuerschätzung von Bund und Ländern. Diese wird Anfang November vorgelegt und hat dann unmittelbare Folgen für den Bundeshaushalt 2016, der ebenfalls im November durch den Bundestag beschlossen werden soll.

Wirtschaftsforscher etwas optimistischer

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten bereits in der vergangenen Woche ihre Herbstprognose zur Konjunkturentwicklung in Deutschland vorgelegt. Sie sagten dabei für das laufende Jahr ebenso wie für das kommende ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um jeweils 1,8 Prozent voraus. Damit korrigierten die Forscher ihre Schätzung vom Frühjahr deutlich nach unten, als sie für 2015 noch ein Konjunkturplus von 2,1 Prozent vorausgesagt hatten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Oktober 2015 um 13:00 Uhr.

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